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Kindheit in der Funktionale

Ambivalenzen ihres Wandels in disziplinären und professionellen Perspektiven

Edited By Sandro Bliemetsrieder and Susanne Dungs

Die Publikation diskutiert Chancen und Gefahren des Wandels von Kindheit in postindustriellen westlichen Gesellschaften. Dem Trend zur Funktionalisierung, der sich gegenwärtig beispielsweise in Kompetenzorientierung und Biologisierung zeigt, wird ein Begriff von Kindheit gegenübergestellt, der auf ‘Früheres’ (Moratorium) produktiv Bezug nimmt, ohne in eine einseitige Kulturkritik zu münden. Erziehung und kindlicher Eigensinn, Vernunft und Sinnlichkeit bedürfen eines offenen Randes, um nicht simultan von den Funktionalismen der Arbeitswelt adaptiert zu werden. Die Publikation sammelt die Vorträge und Diskussionen einer Ringvorlesung, die im Wintersemester 2010/11 an der Fachhochschule Kärnten stattfand und diesen Wandel von Kindheit in Gestalt eines Theorie-Praxis-Diskurses reflektierte.

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ADHS im Kindes- und Jugendalter

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ADHS im Kindes- und Jugendalter Zur Kritik der Biologisierung kindlichen Verhaltens Dieter Mattner Immer mehr Eltern beklagen die zunehmenden Verhaltens- und Lernschwierig- keiten ihrer Kinder. Seit Anfang der 1980er Jahre mehren sich Hinweise darauf, dass Kinder, insbesondere in institutionellen Zusammenhängen, zunehmend ty- pische Verhaltensstörungen zeigten, wie einen Überschuss an motorischen Be- wegungen (Hyperaktivität) und spezifische Aufmerksamkeitsstörungen, die wei- tere Begleit- bzw. Sekundärstörungen im psychosozialen Bereich zur Folge ha- ben sollen. Anfang der 1980er Jahre zählte der Kinder- und Jugendpsychiater Steinhausen dieses „hyperkinetische Verhalten“ eines „Hyperkinetischen Syn- droms (HKS)“ als Folge, wie damals vermutet wurde, einer „Minimalen Cereb- ralen Dysfunktion“ (MCD) zu den Hauptklagen von Elternhaus und Schule (vgl. Steinhausen 1982: 11ff). Ein deutscher Kinderarzt charakterisierte damals dieses Verhaltensphänomen als eine der häufigsten Seelenstörungen des Kindesalters (vgl. Eichlseder 1991: 27). In einer seiner damaligen Buchveröffentlichungen mit dem Titel „Unkonzentriert? Hilfen für hyperaktive Kinder und ihre Eltern“ wurde die Problematik eines Schülers folgendermaßen dargestellt: „Albert malt Ostereier statt mitzurechnen. Er weint lauthals, weil er nur vier Reihen einer Geschichte lesen darf. [...] Er springt in letzter Zeit absichtlich während des Unterrichts im Klassenzimmer herum. Die direkt vor ihm sitzenden Schüler stößt er, zupft sie, zieht sie rücklings vom Stuhl herunter und rauft mit ihnen. Das frühere Abschlecken ihrer Haare unterlässt er nun. Täglich reißt Albert den Kindern der Klasse die Mützen vom Kopf, obwohl sie ihm nichts tun (Eltern haben...

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