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Die GmbH im Wettbewerb der Rechtsformen

Vorschläge zur Verbesserung des GmbH-Rechts unter Einbeziehung des MoMiG und besonderer Berücksichtigung des Gläubigerschutzes

Jens Hollinderbäumer

Am 01.11.2008 ist das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Missbrauchsbekämpfung (MoMiG) in Kraft getreten. Es kann zweifelsohne als die umfassendste Reform des GmbH-Rechts seit Inkrafttreten des Gesetzes im Jahre 1892 angesehen werden. Der Verfasser stellt unter besonderer Berücksichtigung des Themas Gläubigerschutz systematisch die Schwächen des alten Rechts dar und analysiert vor dem Hintergrund seiner Zielsetzung die Stringenz des Reformwerks. Auf der Gesetzesanalyse aufbauend werden schließlich alternative und teilweise auch weitergehende Elemente eines effektiven Gläubigerschutzes vorgestellt und diskutiert, um hieraus schlussendlich ein in sich stimmiges zusammenhängendes Gläubigerschutzsystem zu entwickeln und vorzuschlagen.

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C. Die GmbH im Wettbewerb der Rechtsformen

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I. Internationaler Wettbewerb 1. Rechtliche Voraussetzungen eines Systemwettbewerbs Wettbewerb zwischen Regelungssystemen kann nur dort entstehen, wo den Teilnehmern und Akteuren rechtlich überhaupt die Möglichkeit geboten wird, zwischen unterschiedlichen Modellen zu wählen. Auf nationaler Ebene war dies schon immer der Fall, denn ein Unternehmensgründer kann hier grundsätzlich frei zwischen den angebotenen Gesellschaftsformen wählen. Jedoch war und ist das nationale Spek- trum an Rechtsformen, die für einen Mittelständler, der seine Haftung im Außen- verhältnis grundsätzlich ausschließen will, in Frage kommen, nicht sehr breit gefächert. Es blieb ihm letztlich nur die Gründung einer GmbH oder einer GmbH & Co. KG, welche aber aufgrund der Komplementärfunktion der GmbH ebenfalls sehr stark durch das GmbH-Recht geprägt ist. Der nationale Wettbewerbsdruck auf das Recht der GmbH, und das kann nach dem oben Gesagten durchaus bedauert werden, war in den letzten Jahrzehnten demnach nicht sehr hoch.95 Auch durch Gesellschaftsformen aus dem europäischen Ausland hatte die deutsche GmbH lange Zeit keine Konkurrenz zu befürchten.96 Dies war darauf zurückzuführen, dass in der Bundesrepublik wie auch in Frankreich, Belgien und Österreich die sog. Sitztheorie97 vorherrschte, welche von den Gesellschaften, die ihren Unternehmenssitz ins Ausland verlegen wollen, verlangt, dass sie den Anforderungen des Rechts des Zuzugsstaates entsprechen.98 Die Sitztheorie macht es deshalb notwendig, dass sich 95 Anders war und ist dies z.B. im US-Amerikanischen Gesellschaftsrecht. Dort liegt die Gesetz- gebungskompetenz nicht beim Bund, sondern bei den Einzelstaaten. Somit existiert in Amerika eine Vielzahl...

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