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Konnotationen oder konventionelle Implikaturen?

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Urszula Topczewska

Diese Arbeit fühlt sich der von L. Wittgenstein angedeuteten und von R. Keller entwickelten Gebrauchstheorie der Sprache verbunden. Kellers instrumentalistische Bedeutungstheorie geht davon aus, dass Zeichen allein aufgrund ihrer Gebrauchskonventionen zu Kommunikationszwecken verwendet werden. Im Rahmen dieser Theorie wird hier H. P. Grice’s Konzeption der konventionellen Implikaturen theoretisch ausgearbeitet und zur Explikation lexikalischer und grammatischer Bedeutungen angewendet, die sich den Analysemethoden herkömmlicher Semantik entziehen.

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3.4 R. Keller: Bedeutung als lexikalisierte Gebrauchskonvention

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Rudi Keller baut seine Bedeutungstheorie auf der handlungstheoretischen An- nahme auf, dass Kommunizieren ein rationales Handeln ist und zur Beeinflus- sung anderer genutzt werden kann (vgl. Keller 19942: 20). Das kommunikative Handeln definiert Keller (1995) im Anschluss an das Grice’sche Grundmodell folgendermaßen: Kommunizieren heißt Äußerungen zu vollziehen in der Ab- sicht, den Adressaten zu einer bestimmten Interpretation des Geäußerten zu be- wegen und ihm damit zu erkennen zu geben, was man mit dem Geäußerten meint. Der Sprecher muss also „den anderen etwas wahrnehmen lassen, woraus er zusammen mit seinem übrigen Wissen, seinem Situations- und Weltwissen, erkennen kann, wozu man ihn bringen möchte“ (Keller 1995: 105). Jeder auf diese Weise verstandenen Kommunikation liegt eine spezifisch menschliche semiotische Kompetenz zugrunde, die nach Keller Wahrnehmungsfähigkeit, In- terpretationsfähigkeit, Schlussfolgerungsfähigkeit und die Fähigkeit, intentional zu handeln, umfasst: „Menschen sind in der Lage, etwas zu tun, in der Erwartung, dass ein anderer dies wahrnehmen möge und daraus bestimmte Schlüsse ziehe – und zwar so, dass der Adressat merkt, dass er zu bestimmten Schlüssen verleitet werden soll. Genau dies ist die Fähigkeit, Zeichen zu produzieren in kommunikativer Absicht, und es ist eine Fähigkeit, die nur der Mensch zu haben scheint.“ (Keller 2003: 170) Die Kommunikation setzt also nach Kellers Auffassung nicht Zeichen voraus, sondern die Fähigkeit, Dinge oder Ereignisse als Zeichen zu interpretieren161. 161 „Die Fähigkeit zu interpretieren, ist primär. Die Fähigkeit zu kommunizieren, macht von dieser...

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