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Konnotationen oder konventionelle Implikaturen?

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Urszula Topczewska

Diese Arbeit fühlt sich der von L. Wittgenstein angedeuteten und von R. Keller entwickelten Gebrauchstheorie der Sprache verbunden. Kellers instrumentalistische Bedeutungstheorie geht davon aus, dass Zeichen allein aufgrund ihrer Gebrauchskonventionen zu Kommunikationszwecken verwendet werden. Im Rahmen dieser Theorie wird hier H. P. Grice’s Konzeption der konventionellen Implikaturen theoretisch ausgearbeitet und zur Explikation lexikalischer und grammatischer Bedeutungen angewendet, die sich den Analysemethoden herkömmlicher Semantik entziehen.

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5.3 Konnotationen als Konventionen

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Wenn Konnotationen jeweils aus dem Gebrauchskontext einer sprachlichen Einheit heraus zu interpretieren sind, sind m.E. ihre begrifflichen Verallgemei- nerungen, wie sie von der lexikalischen Semantik formuliert werden, im Lichte der gebrauchstheoretischen Bedeutungsauffassung nur noch als Verweise auf bestimmte Konventionen des regelmäßigen Gebrauchs einer sprachlichen Ein- heit zu verstehen. Konnotationen könnten vielleicht auch als verkürzte Formu- lierungen dieser Konventionen gelten, d.h. als konventionell mit dem jeweiligen sprachlichen Ausdruck verknüpftes kulturelles Wissen. Die letztere These soll im Folgenden diskutiert werden, indem einerseits die Situationsgebundenheit von Konnotationen (5.3.1) und andererseits ihre Konventionalität (5.3.2) her- ausgestellt wird. Die Verifizierung dieser These müsste zu einer Aufwertung der Konnotatio- nen führen und könnte zur Folge haben, dass sie auch bei den Regelformulie- rungen für den Gebrauch der betreffenden Ausdrücke genutzt werden. Konnota- tionen im Sinne verkürzt formulierter Konventionen sind zwar zu vage bzw. zu generell formuliert, um selbst als genuine Gebrauchsregeln zu gelten. Es spricht aber prinzipiell nichts gegen das metalinguistische Verfahren, sie ggf. auszudif- ferenzieren, zumal letztlich sowohl Konnotationen als auch Regelformulierun- gen als linguistische Abstraktionen anzusehen sind. Die bedeutungsexplikatorische Bezugnahme auf Konnotationen ist für stilis- tische, diastratische und axiologische Markierungen sprachlicher Ausdrücke schon von vornherein anzunehmen. Für die deskriptiven und emotionalen Kon- notationen müsste dies aber prinzipiell ebenfalls möglich sein, denn dieses so- ziokulturelle Wissen unterscheidet sich erkenntnistheoretisch kaum vom denota- tiven Weltwissen, das in die Formulierung einer Gebrauchsregel ohne Weiteres implementiert wird. Für eine Gebrauchstheorie der...

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