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«Deseo estar»

Weibliche Subjekte und Begehren in Romanen von Schriftstellerinnen im Cono Sur (1933-1957)

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Karen Genschow

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vollzogen sich in Chile, Argentinien und Uruguay gesellschaftliche Modernisierungsprozesse, die sich auch auf die Konzeptionen von Familie, Geschlechterverhältnis und insbesondere Weiblichkeit auswirkten. Hiervon zeugt auch die literarische Produktion, zu der nun vermehrt Frauen beizutragen begannen. Diese Arbeit untersucht zwölf Romane von Schriftstellerinnen aus dem Cono Sur aus der Zeit von 1933 bis 1957, in denen die Protagonistinnen als soziale, körperliche und psychische Subjekte thematisiert werden. Die «klassisch weibliche» Thematik von Liebe und Begehren, die ihnen gemeinsam ist, erweist sich dabei als strategisches Moment und erzählerischer Schachzug, über die die grundsätzlichen Fragen nach weiblicher Subjektivität gestellt werden.

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5 Deseo estar – Zusammenfassung und Ausblick

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Valga la redundancia. Das Textkorpus zeichnet sich, wie in der Einleitung bereits formuliert, in inhalt- licher wie formaler Hinsicht durch große Heterogenität aus; im Verlauf der Un- tersuchung hat sich dennoch gezeigt, dass die Texte über den ›kleinsten gemein- samen Nenner‹ – die gemeinsame Thematik der Konstruktion von weiblicher Subjektivität und das literaturgeschichtliche Erkenntnisinteresse dieser Arbeit – hinaus auch auf eine Vielzahl ähnlicher literarischer Strategien zur Darstellung und Hinterfragung eben dieser weiblichen Subjektivität rekurrieren. Im Folgen- den werden zunächst die zentralen Ergebnisse der Analyse im Hinblick auf die Diskursformationen um das (moderne) Subjekt: Psyche, Gesellschaftlichkeit und Körper rekapituliert, um dann zu einigen Schlussfolgerungen in Bezug auf die Untersuchung insgesamt sowie möglichen weiteren Fragen zu gelangen, die sich an die vorliegende Arbeit anschließen könnten. Grundsätzlich ist zunächst festzuhalten, dass die vor dem Hintergrund des Para- digmas von Modernität inszenierten weiblichen Subjekte mit ambivalenten Att- ributen ausgestattet sind: Sie oszillieren zwischen Unterwerfung und Gewinnung von Handlungsfähigkeit. Wie sich in den eingangs angestellten Vorüberlegun- gen gezeigt hat, ist dies bereits in einem bestimmten Begriff von Subjektivität selbst impliziert, sowohl demjenigen Foucaults und Butlers, als auch dem psy- choanalytischen Lacans. Die Subjektpositionen der Protagonistinnen stehen au- ßerdem, ganz im Sinne Lacans, in einem direkten Zusammenhang mit dem Be- gehren, demzufolge sowohl in den Romanen als auch in der Untersuchung ein zentraler Ort zukommt. In Bezug auf die soziale Konstitution der weiblichen Subjekte bestätigt sich zu- nächst die von Foucault...

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