Show Less

Nicht-triviale Zusammenführung von Evolutionslehre und christlichem Glauben im Lichte der Philosophie

Wolfgang Senz

Evolutionslehre und christlicher Glaube werden gegenwärtig vor allem als einander konträre Positionen wahrgenommen. Dieses Denken wird von zahlreichen philosophischen Positionen unterstützt. In dem Buch wird zu zeigen versucht, dass lediglich eine solche Evolutionslehre der christlichen Lehre äußerlich ist, die ein reduktionistisches Verständnis von Person bzw. Lebewesen allgemein zum Fundament hat. Worin dieser Reduktionismus besteht, wird in dem Buch ebenso gezeigt, wie darzulegen versucht wird, inwieweit von Seiten der gegenwärtigen Ausgestaltung des christlichen Glaubens die Kontaktnahme mit der Evolutionslehre erschwert wird, da zwischen einer reduktionistischen Ausprägung dieser Lehre und ihrer adäquaten Darlegung nicht hinreichend differenziert wird.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

2 Das zentrale Problem

Extract

Die Evolutionslehre wird zumeist als fachwissenschaftliche Errungenschaft wahr- genommen, die, ausgehend von der Biologie, wesentlich zur Etablierung eines Weltbildes beigetragen hat – und beiträgt –, das dem Empirismus verpflichtet ist. Dieserart wird eine Diesseitsbeachtung eingefordert, auch wenn diese bedeuten mag, sich von schönen Illusionen trennen zu müssen, insbesondere solchen von der Unsterblichkeit (der Seele), wie auch solchen von einer Gottähnlichkeit des Menschen und einer im Rahmen hiervon gedachten (bzw. erdachten) Würde der Person. Die empirische Diesseitsbeachtung fordert demgegenüber gewissermaßen Bescheidung ein, ohne, wie versichert wird, gänzlich auf das Reden von der Wür- de der Person verzichten zu müssen. Positionen im Sinne der empiristischen Konzentration auf die Diesseitsbeach- tung begreifen ihr Auftreten bzw. das Überkommen illusionärer Vorgängerposi- tionen entweder einfach als Ausdruck anwachsenden Wissens über die Welt, das es erübrigt, auf die Hilfskonstruktion „Jenseitsvorstellung“ zugreifen zu müssen, oder als Ausdruck eines Reifungsprozesses der Menschheit, deren Mitglieder es nicht länger notwendig haben, eine Instanz anzunehmen, die das Geschehen in der Welt (und im sozialen und privaten Bereich) regelt und die eigene zeitliche Be- grenztheit aufhebt; der gereifte Mensch kann sich selbst Strukturen bilden, was genau die Fokussierung auf das Diesseits einfordert, da in diesem keine „ewigen“ Strukturen und Wahrheiten anzutreffen sind. Nun zeigt sich aber, dass die „illusionären“ Positionen nicht einfach als ein Jenseitsbezug im Sinne einer Diesseitsflucht verstanden werden können, und an- dererseits die „modernen“ diesseitsorientierten Positionen das Problem haben, es nicht schlichtweg bei den Informationen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.