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Der Antijudaismus auf dem Weg vom Judentum zum Christentum

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Peter Landesmann

Anhand der Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria werden die in der Zeitenwende in Palästina vorhandenen Geisteshaltungen dargestellt und die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten aufgetretenen deuteronomistischen, weisheitlichen, apokalyptischen und hellenistischen Tendenzen berücksichtigt. Das Wirken von Jesus wird im Einklang mit seinem Judentum beschrieben und seine Kreuzigung durch die damals herrschende und später revidierte Ansicht über einen Messias erklärt, der gewaltsam zu seiner Herrschaft gelangen sollte. Die Loslösung der Jesusanhänger vom Judentum und der darauf folgende innerchristliche Konflikt begründet die antijudaistische Haltung maßgebender Kirchenväter. Diese sahen in der Beibehaltung jüdischer Bräuche der Judenchristen eine Gefahr für die Einheit des Christentums, das schon im zweiten Jahrhundert von den Christen dominiert wurde, die aus dem Heidentum stammten. Diese Einstellung gegen die judaisierenden Christen führte dann zu den antijudaistischen Aussagen christlicher Theologen.

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15. Die Auferstehung der Toten

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Die Auferstehung der Toten ist ein integraler Bestandteil des Glaubens nicht nur des Christentums, sondern schon vorher des Judentums. Im Judentum galt ursprünglich die Einheit des Menschen, d.h. die Seele wur- de nicht losgelöst vom Körper begriffen. Z.B. Gen 2,7. „Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Le- bensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen.“ In der Hebräi- schen Bibel scheint an gewissen Stellen das Wort „Seele“ auf und zwar unab- hängig vom Wort „Herz“, das zumeist den Körper bedeutet. In diesen Fällen bezieht sich die „Seele“ auf die Gefühle des Menschen oder auf den ganzen Menschen.25 Im stoischen Denken, das, wie schon geschildert, einen Einfluss auf das Ju- dentum vom 3. Jh. v.Chr. an hatte, war der Unterschied zwischen Materie und Seele nur ein relativer. Die Seele ist, nach dieser Auffassung, nur ein feinteiliger Körper von feuerähnlicher Substanz.26 Dies kommt der jüdischen Auffassung nahe, die der Seele ebenfalls eine materielle Substanz verleiht. Eine Auferstehung des Körpers mit Seele können aus folgenden Sätzen der Hebräischen Bibel entnommen werden: „Kommt, wir kehren zum Herrn zurück! Denn er hat (Wunden) gerissen, er wird uns auch heilen; er hat verwundet, er wird auch verbinden. Nach zwei Ta- gen gibt er uns das Leben zurück, am dritten Tag richtet er uns wieder auf, und wir leben vor seinem Angesicht.“ (Hos 6,1f.). Dieser Weissagung...

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