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Der Antijudaismus auf dem Weg vom Judentum zum Christentum

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Peter Landesmann

Anhand der Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria werden die in der Zeitenwende in Palästina vorhandenen Geisteshaltungen dargestellt und die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten aufgetretenen deuteronomistischen, weisheitlichen, apokalyptischen und hellenistischen Tendenzen berücksichtigt. Das Wirken von Jesus wird im Einklang mit seinem Judentum beschrieben und seine Kreuzigung durch die damals herrschende und später revidierte Ansicht über einen Messias erklärt, der gewaltsam zu seiner Herrschaft gelangen sollte. Die Loslösung der Jesusanhänger vom Judentum und der darauf folgende innerchristliche Konflikt begründet die antijudaistische Haltung maßgebender Kirchenväter. Diese sahen in der Beibehaltung jüdischer Bräuche der Judenchristen eine Gefahr für die Einheit des Christentums, das schon im zweiten Jahrhundert von den Christen dominiert wurde, die aus dem Heidentum stammten. Diese Einstellung gegen die judaisierenden Christen führte dann zu den antijudaistischen Aussagen christlicher Theologen.

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18. Die Erlösung

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Dieser Ausdruck wird in der Hebräischen Bibel in vielfachem Sinne gebraucht: Z. B. in Ex 6,6. bedeutet die Erlösung die Befreiung aus der ägyptischen Gefan- genschaft. In Ps 25,22 heißt es: „O Gott, erlöse Israel aus all seinen Nöten!“. Im Ps 30,3-6 ist die Erlösung auf eine individuelle Notlage bezogen: „Wende dein Ohr mir zu, erlöse mich bald! Sei mir ein schützender Fels, eine feste Burg, die mich rettet. Denn du bist mein Fels und meine Burg; um deines Namens willen wirst du mich führen und leiten. Du wirst mich befreien aus dem Netz, das sie mir heimlich legten; denn du bist meine Zuflucht. In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist; du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott.“ Im Ps 69,19 wird die Erlösung von Feinden erbeten: „Sei mir nah, und erlöse mich! Befrei mich meinen Feinden zum Trotz!“ Im Ps 130,8 erhält der Begriff „Erlösung“ eine neue Deutung: Es wird hier die Erwartung ausgesprochen, dass Gott „Israel erlösen (wird) von all seinen Sünden.“ Diese Erlösung von den Strafen, die begangene Sünden nach sich ziehen, wird in Israel zuerst durch Opfergaben herbeigeführt, wobei für die Entsühnung je nach Delikt unterschiedliche Opfergaben zu leisten waren. Als Beispiel soll folgender Satz dienen: „Als Schuldopfer für seine begangene Verfehlung soll er dann ein weibliches Stück Kleinvieh, ein Schaf oder eine Ziege,...

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