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Der Antijudaismus auf dem Weg vom Judentum zum Christentum

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Peter Landesmann

Anhand der Geburt Jesu durch die Jungfrau Maria werden die in der Zeitenwende in Palästina vorhandenen Geisteshaltungen dargestellt und die in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten aufgetretenen deuteronomistischen, weisheitlichen, apokalyptischen und hellenistischen Tendenzen berücksichtigt. Das Wirken von Jesus wird im Einklang mit seinem Judentum beschrieben und seine Kreuzigung durch die damals herrschende und später revidierte Ansicht über einen Messias erklärt, der gewaltsam zu seiner Herrschaft gelangen sollte. Die Loslösung der Jesusanhänger vom Judentum und der darauf folgende innerchristliche Konflikt begründet die antijudaistische Haltung maßgebender Kirchenväter. Diese sahen in der Beibehaltung jüdischer Bräuche der Judenchristen eine Gefahr für die Einheit des Christentums, das schon im zweiten Jahrhundert von den Christen dominiert wurde, die aus dem Heidentum stammten. Diese Einstellung gegen die judaisierenden Christen führte dann zu den antijudaistischen Aussagen christlicher Theologen.

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23. Die Heidenchristen

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Obwohl in erster Linie Paulus für die Bekehrung der Heiden zum Christentum tätig war und ihre Taufe ohne vorherige Beschneidung beim Apostelkonzil (Apg 15,) durchgesetzt hat, wurde zuerst Petrus in der Apostelgeschichte mit der Hei- denbekehrung, ohne vorherige Beschneidung, in Verbindung gebracht: „Noch während Petrus dies sagte, kam der Heilige Geist auf alle herab, die das Wort hörten. Die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus waren, konnten es nicht fassen, dass auch auf die Heiden die Gabe des Heiligen Geistes ausge- gossen wurde. Denn sie hörten sie in Zungen reden und Gott preisen. Petrus aber sagte: ‚Kann jemand denen das Wasser zur Taufe verweigern, die ebenso wie wir den Heiligen Geist empfangen haben?‘ Und er ordnete an, sie im Namen Jesu Christi zu taufen. (Apg 10,44-48a.). Gleichfalls wird in der Apostelgeschichte Petrus als derjenige bezeichnet, der für die Nichtbeachtung der jüdischen Speisegebote durch Christen verantwort- lich gewesen war: „Er (Petrus) sah den Himmel offen und eine Schale auf die Erde herabkom- men, die aussah wie ein großes Leinentuch, das an den vier Ecken gehalten wur- de. Darin lagen alle möglichen Vierfüßler, Kriechtiere der Erde und Vögel des Himmels. Und eine Stimme rief ihm zu: ‚Steh auf, Petrus, schlachte, und iss!‚ Petrus aber antwortete: ‚Niemals, Herr! Noch nie habe ich etwas Unheiliges und Unreines gegessen.‘ Da richtete sich die Stimme ein zweites Mal an ihn: ‚Was Gott für rein erklärt, nenne du nicht unrein!‘ Das geschah...

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