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Kinderarbeit? Ein pädagogisches Fragezeichen!

Ein subjekttheoretischer Ansatz

Dieter Kirchhöfer

Die Veränderungen der Kinderarbeit werden in dieser Untersuchung aus einer historischen Analyse der Produktionsweise abgeleitet. In der Abgrenzung zu einseitigen ökonomistischen Erklärungsversuchen wird auf die Wirksamkeit emanzipatorischer und philanthropischer Bewegungen und auf die bildungspolitischen Diskussionen in der Arbeiterbewegung zur Kinderarbeit verwiesen. Mit Informatisierung, Entgrenzung und Subjektivierung werden gegenwärtige Veränderungen identifiziert und die Annäherung der Arbeitswelt der Kinder an die Arbeit der Erwachsenen diagnostiziert. Unter kapitalistischen Bedingungen wird die Verkehrung der Subjektivierung in eine Infantilisierung festgestellt und die geringe Tragfähigkeit pädagogischer Lösungen beklagt.

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Zum Gang durch das Buch 18

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nen mahnt zur Vorsicht — pädagogische oder soziale Konzepte vorliegen, beide Lebensbereiche miteinander zu integrieren. Die empirische Grundlage ist heterogen und kann und will einer sorgfältigen statistischen Bearbeitung nicht standhalten. Die vom Autor vorgenommene Un- tersuchung zur Berliner Kindheit endete Mitte der 90 er Jahre', die zu dieser Zeit ermittelten Daten zur Kinderarbeit folgten den Kriterien qualitativer Unter- suchungen einer Berliner Quartiersuntersuchung. Die Arbeitstätigkeiten der Kinder entsprachen denen einer fordistischen Arbeits- und Familienorganisation. Der Reiz der geschilderten Arbeitssituationen besteht in der damaligen tonband- protokollgerechten Kommentierung der Tätigkeiten durch die Schüler. Die neu- eren empirischen Aussagen zur Entwicklung der Kinderarbeit beruhen vorrangig auf Sekundäranalysen, Stichproben aus Gesprächsszenen von Kindern zur Kin- derarbeit — vor allem der Ersten Konferenz arbeitender Kinder der Technischen Universität Berlin 2001 —, sie stammen aus Zeitungsmeldungen und sporadi- schen Informationen aus Schulen. Insofern bleiben vor allem die Aussagen zur Entgrenzung und Subjektivierung der Kinderarbeit in einem Bereich des Spek- takulären und bedürften systematischer empirischer Untersuchung. Die Schrift bedient sich der episodischen Darstellung von Prozessen und Er- eignissen, die neben der sachlichen Wiedergabe subjektiv von Kindern oder dem Autor interpretiert werden und so helfen sollen zu deuten, wie die Kinder in der Arbeit agieren, welche Bedeutung sie ihrer Tätigkeit beimessen und welche In- tentionen sie der Arbeit geben. Die Kinder kommen dabei — soweit es geht — im Originaltext zu Wort. Zum Gang durch das Buch In einem ersten Teil des Buches wird dem historischen Prozess der Einbezie- hung und Ausgrenzung der...

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