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Fachsprachenlinguistik

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Sambor Grucza

In diesem Buch wird der Versuch unternommen, ein Integrationsmodell für eine Fachsprachenlinguistik zu erstellen. Die Grundlage, auf der das Modell aufgebaut wird, bildet die Anthropozentrische Linguistik. In erster Linie ist das Modell ein Versuch, die Fragen, die das Fachwissen, die Fachsprachen und die Fachtexte betreffen, im Rahmen der Fachsprachenlinguistik in einer Ganzheit zusammenzuführen. Eines der Ziele dieser Überlegungen ist eine weitere Präzisierung der Bedeutung des Ausdrucks «Fachsprache» sowie «Fachtext». Es ist der Versuch eine Antwort auf die Frage zu finden, welchen ontologischen Status das hat, worauf man sich mit dem Ausdruck «Fachsprache» bezieht. Wie existiert das, was so benannt wird? Was sind – und was sind keine – Objekte, die als «Fachsprachen» bezeichnet werden? Was beinhalten sie und was beinhalten sie nicht? Gefragt wird aber auch nach den Forschungsgegenständen und -aufgaben der Fachsprachenlinguistik.

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2. SPRACHE UND ERKENNTNIS – BISHERIGE KONZEPTE FÜR DIE ERFASSUNG DER KOGNITIVEN FUNKTIONEN DER SPRACHE

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2.1. „Ältere“ Interessen an der kognitiven Funktion der menschlichen Sprachen Im letzten Kapitel erwähnte ich, dass Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835; sie- he: S. M. Keldzik 1992) sich bereits für die Frage „Sprache und Erkenntnis“ in- teressierte, hier ergänze ich meine Bemerkungen. Dem, was ich bereits gesagt habe, muss zunächst hinzugefügt werden, dass die Frage „Sprache und Erkennt- nis“ bereits andere Denker des 18. Jh. „berührten“, wie J. G. Hamann (1730 – 1788; siehe: R. Welter 1992) und J. G. Herder (1744 – 1803; siehe: U. Gaier 1988, 1992). Es soll noch ergänzt werden, dass sich Wilhelm von Humboldt mit dieser Frage nur oberflächlich befasste. Später befasste man sich mit dieser Fra- ge im Rahmen der Linguistik nicht: Mit dem Ende der ersten Hälfte des 19. Jh. konzentrierte man sich bekanntlich mehr auf die Fragen der diachronen Sprach- wissenschaft, und in der zweiten Hälfte desselben Jahrhunderts war die Auffas- sung weit verbreitet, die Linguistik als Wissenschaft solle sich ausschließlich mit historischen Fragen befassen. Wie bereits erwähnt war es J. N. Baudouin de Courtenay, der in der polnischen Linguistik auf die Bedeutung der Frage „Spra- che und Erkenntnis“ bereits aufmerksam machte, obgleich er selbst diese in sei- ne Arbeiten nicht aufnahm. Sie wurde auch weder von seinen Schülern noch von seinen Nachfolgern aufgenommen, weil sie sich, wie auch J. N. Baudouin de Courtenay selbst, vor allem für die Struktur der Sprache interessierten. Hingegen wurden diese Fragen von den...

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