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Adam Oehlenschläger

In Dänemark berühmt, in Deutschland vergessen

Christian Gellinek

Zum ersten Mal wird hier eine Untersuchung der Gesammelten Werke des dänischen Dichters und Schriftstellers Adam Oehlenschläger (1779-1850) auf Deutsch vorgelegt. Als angehender Sprachkünstler studierte er nicht Literaturwissenschaft an der Universität Kopenhagen, sondern auf einer praktischen Bildungsreise als Stipendiat acht Semester lang in mehreren Zentren Europas: Halle, Weimar, Coppet, Rom, Paris und Berlin, wo er die besten seiner Dramen auf Dänisch und auf Deutsch schrieb, vorlas und zur Veröffentlichung vorbereitete. Seine Zuhörer waren Steffens, Schleiermacher, Goethe, Madame de Staël, die Gebrüder Schlegel und andere deutsche Dichter. Es wird ein Gattungsdiskurs seiner Schriften in Gang gesetzt und Oehlenschlägers Ästhetik der Kraft, die sich in Anlehnung an Hans Christian Ørsted und Bertel Thorvaldsen ausgebildet hat, vorgeführt.

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IV Olympische Höhe

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10. Die Ästhetik der Kraft Oehlenschlägers Werke durchzieht immer wieder der Grundgedanke, daß es eine Geistigkeit geben müsse, welche durch die Natur vorgebildet wird. Wir haben gesehen, daß er von Anfang an durch die Gebrüder Ørsted ermutigt wurde, an seinen Genius (als Ausdruck seines Geistes) zu glauben und sich Einsichten da- rüber zu erwerben und zu verarbeiten. Nun brachte es das Schicksal mit sich, daß Anders Sandoe (1778-1860), der jüngere Bruder, Oehlenschlägers Schwager wurde, weil er 1802 seine dichterisch ebenfalls hochbegabte Schwester Sophie Oehlenschläger (1782-1818) heiratete. Anders Sandoe wurde Staatsrat, Justitiar und später Procuratör, und arbeitete sich auf seinem steilen Karrierewege zum Vater der modernen dänischen Rechtswissenschaft hoch, sowie zu guter Letzt 1853 und 54 zum Premierminister [] Dänemarks. Beide Brüder waren universal begabt veranlagt, aber Hans Christian (1777-1851), der berühmt werdende Natur-wissenschaftler, interessierte sich Zeit seines Lebens auch für ästhetische Grundfragen. Bereits 1796/97 gewann er den 1. Preis in der Rubrik Ästhetik mit dem Thema „Über die Grenzen zwischen der prosaischen und der poetischen Sprache“. Sobald eine , würde sie auch , argumentierte er schon damals, und werde die Naturwissenschaft zum Schlüsselfach des neuen Kopenhagener Curriculums entwickeln und die- se Wissenschaft zur Kunst machen. In einem Brief an seinen Schwippschwager Adam Oehlenschläger vom 1. November 1807 nach Paris, wo dieser an seinem Drama Hakon Jarl arbeitet, leitet Hans Christian bereits auf Gedanken über, die er zehn Jahre später selbst erprobt hat und die Jahrzehnte...

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