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Eigentum und Verfügungsbefugnisse am menschlichen Körper und seinen Teilen

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Dörte Busch

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Spannungsverhältnis von Angebot und Nachfrage menschlicher Gewebe und Organe sowie den sie begleitenden vielschichtigen Interessen der «Gewebespender». Behandelt werden sowohl die entnehmenden Institutionen, verarbeitenden Ärzte, Labore und Industriezweige als auch die zukünftigen Empfänger. Die einzelnen Schritte der Entnahme- und Verarbeitungskette werden rechtlich eingeordnet. So wird analysiert, inwiefern die Weiterverwendung ursprünglich zu Diagnose- oder Therapiezwecken entnommener Körpermaterialien der vorhergehenden Aufklärung und Einwilligung des Patienten bedarf. Es werden zudem Vorschläge zur Abänderung bestehender Aufklärungs- und Einwilligungsformulare unterbreitet.

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Epilog

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Auch der Richter in Michael Crichtons Roman „Next“ kommt schlussendlich, nach Zusammenfassung der anglo-amerikanischen Rechtsansichten zum Um- gang mit menschlichen Körpermaterialien zu dem Ergebnis, das die Verwendung menschlicher Körpermaterialien zwingend nur mit der spezifischen Einwilligung des Betroffenen zulässig ist. Diesem Erfordernis ist uneingeschränkt zuzustim- men. „Manche Gerichte haben entnommenes menschliches Gewebe als Abfall ein- gestuft. Andere haben Gewebeproben als Forschungsmaterial eingestuft, ver- gleichbar mit Büchern in einer Bibliothek. Wieder andere stufen das Gewebe als verlassenes Eigentum ein, das unter bestimmten Umständen automatisch entsorgt werden kann, so wie ein Schließfach nach einer gewissen Zeit geöffnet und sein Inhalt verkauft werden darf. Manche Gerichte haben versucht, einander widersprechende Ansprüche abzuwägen, und sind zu dem Schluss gelangt, dass der Anspruch der Allgemeinheit auf Forschung höher zu bewerten ist als der An- spruch des Einzelnen auf Eigentumsrecht. Jede dieser Lösungen stößt bei der unverrückbaren Tatsache der menschli- chen Natur an ihre Grenzen. Unser Körper ist unser persönliches Eigentum. In gewisser Weise ist das Recht auf den eigenen Körper das fundamentalste Eigen- tumsrecht, das wir kennen. Es ist die Kernerfahrung unseres Seins. […] Aus diesem Grund ist es eben nicht das Gleiche, ob jemand einem Arzt für ein bestimmtes Forschungsprojekt Gewebe spendet oder einer Bibliothek ein Buch. Es wird nie das Gleiche sein. Wenn der Arzt oder dessen Forschungsinstitut die Gewebeproben später für einen anderen Zweck verwenden möchte, dann sollte das nicht ohne vorherige Einwilligung...

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