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Alexander von Schleinitz und die preußische Außenpolitik 1858-1861

Bastian Peiffer

Otto von Bismarck drohte mit Selbstmord, als sein Sohn Herbert eine Verwandte Alexander von Schleinitz’ heiraten wollte. Grenzenlos war der Haß Bismarcks auf seinen Vorgänger als preußischer Außenminister. Wer war dieser Mann, den der Eiserne Kanzler als Haremsminister und Mignon der Prinzessin Augusta schmähte? Gestützt auf neue Quellenfunde zeichnet der Autor das Bild des preußischen Außenministers während der Neuen Ära jenseits der Stereotype des mutlosen und tatenscheuen Politikers. Er deutet Alexander von Schleinitz als einen Reformkonservativen, der Völkerrecht und Volkswillen versöhnen wollte und in bester preußischer Tradition das Recht über die Macht stellte.

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I. Einleitung

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1) Relevanz des Themas und Fragestellung Warum sollte man sich heute noch mit Alexander von Schleinitz beschäftigen, jenem preußischen Außenminister, über den die Geschichte längst ihr Urteil ge- sprochen und ihn dann dem Vergessen1 anheim gegeben hat? Zu Recht, wie die Editoren der großen Quellenedition zur preußischen Außenpolitik meinten2 –, 1 Die allgemeine Deutsche Biographie würdigt das Leben seines älteren Bruders Wilhelm (Zimmermann, Paul, Schleinitz, Wilhelm, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 31. Duncker & Humblot, Leipzig 1890, S. 459–462), der Minister in Braun- schweig war; schweigt jedoch über Alexander. Immerhin biete die Neue Deutsche Bio- graphie (NDB) jetzt einen kursorischen Lebensüberblick: Holtz, Bärbel, Schleinitz, Alexander von, in: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23. Duncker & Humblot, Berlin 2007, S. 58. Die weiteren Einträge in Lexika und Nachschlagewerken verzeich- nen kaum einmal mehr als einen kurzen Rundblick über die politische Karriere Schlei- nitz': Cordes, Günther, Schleinitz, Alexander Graf von, in: Gerhard Taddey (Hrsg.), Le- xikon der deutschen Geschichte, Bd. 1, Stuttgart 1998³, S. 1122 f.; Allgemeine Deut- sche Realencyklopädie für die gebildeten Stände, 11. Auflage, Leipzig 1868, Bd. 13, S. 237-238; Struckmann, Johann Caspar, Preußische Diplomaten im 19. Jahrhundert. Bio- graphien und Stellenbesetzungen der Auslandsposten 1815-1870, Berlin 2003, S. 222; Biographisches Wörterbuch zur deutschen Geschichte in drei Bänden. Begr. von Hell- muth Rössler und Günther Franz. Bearb. von Karl Bosl, Günther Franz, Hanns Hubert Hofmann, Band 22, Spalte 2501 f.; Deutsche...

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