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Kriminalgeographie

Theoretische Konzepte und empirische Ergebnisse

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Thilo Eisenhardt

Die Arbeit gibt einen Überblick über theoretische Konzepte und empirische Ergebnisse aus dem Arbeitsfeld Kriminalgeographie (Wohn- und Tatorte), einem Bereich der Sozialgeographie. Die Konzepte kommen aus der Sozialgeographie, der Umwelt- bzw. Ökopsychologie und der Sozialökologie, einem Forschungsbereich der Stadtsoziologie. Kriminologisch relevante Theorien mit räumlichem Bezug bilden eine theoretische Brücke zu diesen Konzepten. Die empirischen Ergebnisse hierfür wurden Studien über Städte entnommen. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt im theoretischen Bereich, doch auch die empirischen Daten führen zu präventiv nutzbaren Konzepten durch Umweltgestaltung, d. h. Architektur und Stadtgestaltung, und sozialstrukturelle Maßnahmen, wie die Belegungspraxis von Wohnbaugesellschaften. Ziel ist die Erhöhung der sozialen Kontrolle in Problemvierteln und die Sicherung von Tatorten.

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3. Ergebnisse empirischer Studien

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Viele Ergebnisse empirischer Studien sind schon in die vorhergehenden Kapitel eingeflossen. Aus diesem Grund werden in den folgenden Abschnitten er- gänzende und zusammenfassende Erkenntnisse der Empirie dargestellt. Hier sollen auch einige Beispiele Einblick in die Vielfalt kriminalgeographischer Stu- dien zeigen. 3.1. Ausländische Studien Mit Kasperzak kann übereinstimmend festgestellt werden, dass die „Fülle der im Ausland erschienen Untersuchungen, die sich mit Kriminalgeographie im weiteren Sinne beschäftigen“, nicht überschaubar“ ist.“ (1) Die Forschungs- schwerpunkte lagen und liegen auch in neuester Zeit im anglo-amerikanischen Raum. Einer der bekanntesten Forscher war in den letzten Jahrzehnten der schon oft erwähnte Architekt Newman mit seinem Ansatz von „Defensible Space“. Kasperzak hat die theoretischen und praxisnahen Orientierungspunkte dieses Konzeptes zusammengestellt: Territorialität, Überwachung, Image und Milieu sowie Umgebung (Umwelt). (2) Die Erkenntnisse von Newman wurden kriti- siert und bei weiteren Forschungen gefunden, dass demographische Faktoren einen höheren Einfluss auf die Entstehung von kriminellem Verhalten ausüben als die Architektur. So wurde auch die These von Newman angezweifelt, dass die Kriminalität mit zunehmender Gebäudehöhe (Hochhäuser) ansteigt. Aller- dings entsteht der Eindruck, dass einige Autoren die Forschungsergebnisse von Newman zum Anlass nehmen, um andere differenziertere Erkenntnisse von Newman zu übergehen. So sind Hochhäuser nicht per se kriminalitätsfördernd, sondern es kommt auf ihre interne Struktur an. Kasperzak fasst die Kritik zusammen. Der „Zusammenhang zwischen Städtebau und Kriminalität…(lässt) sich aufgrund einer nicht eindeutigen und widerspruchsfreien Datenlage nicht erhärten.“ (3) Diese etwas pauschale Bewertung...

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