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Sprachkontaktforschung

Eine empirische Untersuchung zur Entlehnung europäischer Lexik im Türkischen

Mehmet Metin

Woher stammen die Wörter, mit denen wir in unserem Alltag spielerisch umgehen? Sei es beim Verfassen einer E-Mail/SMS/Chatten oder Facebook! Dieses Buch sollte deutlich machen, wie wichtig die Sprachkontaktforschung in unserem jetzigen modernen kommunikativen Zeitalter ist. Das Phänomen sprachlicher Kontakte, hauptsächlich in Form von lexikalischen Übernahmen, wird seit der Antike in allen Kultursprachen beobachtet und erörtert. Diese europäischen Wörter stammen aus verschiedenen Quellen: Lateinschulen des Mittelalters, Klöstern, Universitäten und Gelehrtenstuben, aber auch aus den griechisch-lateinischen Terminologien der antiken und modernen Wissenschaften. Viele internationale Fachausdrücke dieser Art verbreiten sich sehr schnell in vielen Sprachen über die neueren Medien (Internet, ipad, iPhone, Skype und andere) in unsere tägliche Umgangssprache. Es gibt eine Reihe von Vokabeln, die zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlicher Form ins Türkische gelangt sind, aber den gleichen Ursprung haben.

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0. Einleitung

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Das Phänomen sprachlicher Kontakte, hauptsächlich in Form von lexikalischen Übernahmen, wird seit der Antike in allen Kultursprachen beobachtet und erörtert. Allerdings geschieht dies meist im Rahmen einer puristisch orientierten Sprachpflege und nicht selten mit diffamierendem Unterton gegenüber Vokabeln fremden Ursprungs, die als Bedrohung für den Wert und das Ansehen, ja sogar die Existenz der eigenen Sprache empfunden werden. Ungefähr ab Mitte des 19. Jahrhunderts zeichnet sich eine neue Haltung im Umgang mit dem fremden Sprachgut ab, und eher am Rande der großen sprachwissenschaftlichen Strömungen der Zeit, der vergleichend-historischen und der junggrammatischen Schule, etabliert sich ein eigenständiges Arbeitsgebiet der Entlehnungsforschung zunächst in kleineren Untersuchungen. Offensichtlich ist der Keltologe und spätere Professor für vergleichende Sprachwissenschaft, Hermann W. Ebel, einer der Ersten, der 1856 versucht, ausgehend von phonetischen Kriterien, systematisch zwischen Lehnwort und Fremdwort zu unterscheiden, und zwar unter Verwendung des Neologismus „Lehnwort“. Eine weitere frühe Untersuchung und im Ansatz vergleichweise methodisch angelegte Reflexion über Kultur-, Sach- und Sprachkontakt und die davon ausgehenden sprachlichen Entlehnungsvorgänge findet sich in einem Vortrag aus dem Jahr 1872 von Ludwig Tobler, Professor für germanische Philologie. Erste Ansätze im Hinblick auf eine schematische Gliederung des inneren Lehnguts finden sich ab 1886 bei Hermann Paul: Seinen Überlegungen ist die Differenzierung von Lehnbedeutung und Lehnbildung zu entnehmen, obwohl er diese Bezeichnungen nicht verwendet. Es ist sodann vor allem Werner Betz, der ab 1936 am Beispiel des lateinischen Einflusses auf den althochdeutschen Sprachschatz eine umfassende...

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