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Pädagogik des Geistes

Zur Wiedergeburt des Subjekts als potentielle Person

Dietmar Langer

Die Pädagogik des Geistes ist eine erziehungsphilosophische Handlungstheorie und beruht auf einem gemäßigten Naturalismus, der eine Versöhnung der Philosophie des Geistes mit Darwins Evolutionsannahme darstellt und für die Wiedergeburt des dezentrierten Subjekts plädiert, jedoch nunmehr als potentielle Person. Im Sinne des kritischen Personalismus können Befunde der modernen Hirnforschung mit alten pädagogischen Einsichten erneut in Einklang gebracht werden. Dass man Vernunftprinzipien (Wahrheit, Richtigkeit, Freiheit etc.) überhaupt anwendet und auf seinen konkreten Willen im Sinne von Entschlussfähigkeiten bezieht, dazu bedarf es – und das haben Kant, Hegel und Dilthey noch nicht bedacht – eines (zuweilen auch vorrationalen) Willens zur Vernunft (Patzig). Von daher ist der Willensbereich das Zentrum der Pädagogik des Geistes, die im Anschluss an Petzelt und Spranger heute davon ausgeht, dass ohne Willen auch im Gehirn nicht viel geht, weder bei der Moralentfaltung, noch bei der Wertebildung und auch beim Denken und Urteilen nicht. Unser Geist, was immer er als Inbegriff eines Vermögens in Wirklichkeit auch sein mag, läge ohne Willen nahezu völlig brach – eine These, die auch von heutigen Neurologen (z. B. Kornhuber, Deecke) unterstützt wird.

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6 Grundzüge der Pädagogik desGeistes als kritischer Personalismus

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159 6 Grundzüge der Pädagogik des Geistes als kritischer Personalismus ndet. Da- ll- iehen, um eine Person (= vernünftiges Subjekt) zu werden. Von daher ist ). Erst am ‚Du’ wird der Mensch zum ‚Ich’, so lautet das Motto der Dialog- philosophie (vgl. Wojcieszuk 2010), aber der Dialog oder der soziale Um- gang können nicht garantieren, dass sich die Personwerdung im Sinne des kritischen Personalismus tatsächlich realisiert. In 6.1 wird nun der kritische Personalismus als gemäßigter Naturalismus entwickelt und begrü rauf aufbauend werden die Grundzüge der Pädagogik des Geistes darge- stellt, womit die Hauptthese (vgl. in Kapitel 1) untermauert wird. Zwar können nicht mehr alle Ansichten von Petzelt und Spranger übernom- men werden, vor allem nicht deren Annahme eines cartesischen Leib-See- le-Dualismus, ebenso wenig eine apriorische Wertrangfolge, auch müssen empirische, ideologie- und gesellschaftskritische Aspekte berücksichtigt werden, aber dennoch ist These 2 gerechtfertigt, weil die eingangs ange- deutete hermeneutisch-anthropologische Schiene Spranger, Bollnow, Bräu- er wie auch jene von Petzelt, Litt, Fischer keineswegs obsolet sind und mü- helos mit dem Fallibilismus-Vorbehalt der Vernunft ergänzt werden kön- nen (6.2 bis 6.4). Insbesondere hat Wolfgang Fischer die Grenzen der – vor allem auch der geisteswissenschaftlichen – Pädagogik in Bezug auf das Verantwortungsproblem aufgezeigt. Insgesamt plädiert These 1 für eine Renaissance des >IchichIchkritischer Personalismuskritischer PersonalismusPerson und Sa- chejemandetwasweiseetwasSelbstSubjektentwicklungPersonwerdungsich bildenichIchichIchichpädagogische Verantwortungpädagogische Verant- wortungpädagogische Verantwortungan das pädagogische TunSinn der PraxisErziehungswirklichkeitletztlichobjektiv gültigenfundierenPositivistenBehaup- tungenPositivistIch glaube zwar, daß ich recht habe; aber...

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