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«Es geht sich aus...» zwischen Philologie und Translationswissenschaft

Translation als Interdisziplin- Festschrift für Wolfgang Pöckl

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Edited By Peter Holzer, Cornelia Feyrer and Vanessa Gampert

Wolfgang Pöckls Forschungsschwerpunkte umfassen ein weites Spektrum: von der Kontrastiven Sprachwissenschaft zur Übersetzungsgeschichte bis hin zur Fachsprachenforschung und Fachübersetzung und – nicht zuletzt – zur Literaturübersetzung. Diese Festschrift für Wolfgang Pöckl bietet einen repräsentativen Querschnitt zu verschiedensten Bereichen, u. a. der Sprachpolitik, Kontrastiven Linguistik, Varietätenlinguistik, Kulturwissenschaft, Fachkommunikation, Dolmetschwissenschaft und Literaturübersetzung. Das Spektrum der behandelten Sprachen umfasst dabei germanische, romanische und slawische Sprachen bis hin zum Griechischen. Die BeiträgerInnen entstammen zu einem überwiegenden Teil Forschungs- und Ausbildungsstätten, an denen Wolfgang Pöckl gewirkt und seine Spuren hinterlassen hat.

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Literatur- vs. Fachübersetzen: von heiligen Originalen und heiligen Auftraggebern; SYLVIA REINART (Mainz-Germersheim)

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Literatur- vs. Fachübersetzen: von heiligen Originalen und heiligen Auftraggebern SYLVIA REINART (Mainz-Germersheim) 1. Autonomie des Originals vs. Funktion der Übersetzung Die Übersetzungsbranche, so melden es die Berufsverbände und Übersetzerpor- tale, erreicht Jahr für Jahr hohe, teils zweistellige Zuwachsraten (MDÜ 2010, 5). So erscheint es nicht erstaunlich, dass zuweilen vom „Zeitalter der Überset- zung“1 – das natürlich auch ein Zeitalter des Dolmetschens ist – gesprochen wird. Aber wer bestimmt eigentlich, wie ein Text übersetzt wird? Der Überset- zer, der kraft seiner Expertenkompetenz am sichersten beurteilen kann, welche Strategien und Verfahren zum Einsatz kommen müssen, um einen Text für Empfänger zugänglich zu machen, in deren Sprache (und für deren Kultur) er nicht ursprünglich gedacht war? Der Auftraggeber, der am genauesten weiß, wer der intendierte Adressat ist und in dessen ökonomischem Interesse der Über- setzer handelt? Oder ist es am Ende der Ausgangstext selbst, der die Maßstäbe für seine Übersetzung in sich trägt? Die Antwort auf diese Frage fällt keines- wegs so leicht, wie man zunächst annehmen möchte. Während die renommierten Literaturübersetzer nahezu einstimmig das Original in den Vordergrund stellen und dessen Charakteristika erhalten möchten, fordern die Fachübersetzer mit ebenso großer Geschlossenheit, der Blick müsse vom Original zum Zieltext hin gelenkt werden, der schließlich in der Zielkultur eine bestimmte Funktion zu erfüllen habe. Die Berechtigung dieser Maximen wird heute kaum noch in Frage gestellt. Dennoch erscheinen sie bei n...

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