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Wissenschaftskommunikation im Web 2.0

Eine empirische Studie zur Mediennutzung von Wissenschaftsblogs

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Manon Sarah Littek

Das Sozialsystem «Wissenschaft» zeichnet sich insbesondere im innerwissenschaftlichen Diskurs durch geschlossene Kommunikationsstrukturen aus. Wissenschaftsblogs als eine Anwendung des Web 2.0 können die klassischen Strukturen aufbrechen und schaffen durch Vernetzungs- und Interaktionsmöglichkeiten neue Formen von Wissenschaftskommunikation. Auf Basis einer empirischen Mediennutzungsanalyse aus der Perspektive von Wissenschaftlern, Wissenschaftsjournalisten und Laien werden in dieser Forschungsarbeit Antworten auf die Fragen gegeben, welche Funktion und welches Potenzial Wissenschaftsblogs als neue Form der Wissenschaftskommunikation haben.

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1. Einleitung

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1.1 Problemstellung Unter dem Schlagwort „Web 2.0“ (vgl. O’Really 2005) haben sich neue Medien- formate und Internet-Anwendungen etabliert, die unsere Kommunikationsstruk- turen von einer selektiven, linearen und einseitigen zu einer partizipativen, netz- artigen und interaktiven Kommunikation verändern (vgl. Neuberger 2009: 39). Der Begriff subsumiert diverse Anwendungen, die dem Mediennutzer die Mög- lichkeit bieten, selber Inhalte zu erstellen, zu bearbeiten und sich auszutauschen. Beispiele sind „Wikis“ (z. B. Wikipedia1), Weblogs, Foto- und Videoportale (z. B. Flickr2 und YouTube), soziale Online-Netzwerke (z. B. facebook3, studiVZ4, xing5) und Social-Bookmarking-Portale (z. B. Delicious6). Trotz der inzwischen eingetretenen Konsolidierungsphase von Web-2.0-An- wendungen im Kommunikationsverhalten vieler Bürger7 herrscht häufig weiterhin Unklarheit, was der Begriff „Web 2.0“ impliziert und wie sich die Kommunika- tionsstrukturen durch den Einfluss des Web 2.0 ändern. Ein Hauptmerkmal des Web 2.0 ist das partizipative Momentum („das Mit- machnetz“). Die Inhalte von Web-2.0-Anwendungen entstehen somit vorwie- gend nutzergeneriert („User-generated-Content“8), jenseits des „Gatekeeping“ des professionell-redaktionellen Journalismus. Jeder Nutzer kann sich nach Be- lieben über die einfach zu handhabenden und kostengünstigen Publikationsin- frastrukturen zu Wort melden, Beiträge einstellen und vernetzen. Das Netz bietet 1 www.wikipedia.com 2 www.flickr.com 3 www.facebook.com 4 www.studivz.net 5 www.xing.com 6 www.delicious.com 7 2010 nutzten knapp 70 Prozent der deutschsprachigen Erwachsenen wenigstens gelegentlich das Internet. Die Hälfte der im Internet verbrachten Zeit wurde auf Kommunikation verwendet (vgl. Busemann/ Gscheidle 2010). 8 „User-generated-Content“ wird von der OECD wie folgt definiert „1. Content made publicly available over the internet, 2. Which reflects a certain amount of...

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