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Politische Triebkräfte der Innovation

Eine Analyse der Rolle von Politik in Innovationssystemen der Geothermie

Benjamin Miethling

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle von Politik bei der Entwicklung erneuerbarer Energien. Die Vermutung eines weitreichenden Einflusses politischer Intervention wird am Beispiel der geothermischen Stromerzeugung nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ bestätigt. Der Autor analysiert Bedingungen und Herausforderungen für die Entwicklung dieser Energiequelle und zeigt zugleich Möglichkeiten und Wege auf. Mit seinem prozessorientierten Ansatz beschreitet er innovative Wege der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Thematik des Zusammenspiels von Politik und Technik.

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VI. Anhang

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VI.1. Geografische und technologische Ausdifferenzierung von In- novationssystemen Die Ausdifferenzierung von Innovationssystemen vollzieht sich je nach For- schungsabsicht ganz wesentlich entlang geographischer und technologischer Kriterien. Im Folgenden werden die Konzepte vorgestellt und diskutiert. Geografische Differenzierung Wie oben erläutert, entstand die begriffliche Verwendung von ‚Innovationssys- tem‘ im Rahmen der geographischen Gliederung – nämlich beim nationalen In- novationssystem. Christopher Freemans Werk zu Japans Erfolgen in der techni- schen Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg identifizierte Innovationssys- teme mit spezifisch nationalen Akteurs- und Institutionenkonstellationen und - interaktionen, allen voran des Bildungs- und Forschungssystems, der intra- industriellen Strukturen und Beziehungen, des politischen Rahmens und kultu- rellen Traditionen.586 Die spezifisch nationale Konstitution und Kombination dieser Faktoren war demzufolge wesentlich für die Innovationsfähigkeit der ja- panischen Unternehmen verantwortlich. Diese staatszentrierte Perspektive wur- de in der Folge weiterentwickelt. Richard Nelson initiierte ein umfassendes Forschungsprojekt, in dessen Ergeb- nis 15 nationale Innovationssysteme miteinander verglichen wurden.587 Im Er- gebnis weist Nelson darauf hin, dass vor allem Elemente des Wissenssystems einer Gesellschaft, wie dem Bildungssektor oder den Universitäten und For- schungseinrichtungen sowie politische und ökonomische Institutionen langfris- tige nationale Charakteristika prägen. Lundvall (1992) hatte bereits ein Jahr zu- vor auf die grundlegende Bedeutung von Wissensgenese und –transfer für die innovative Performanz einer Ökonomie hingewiesen und entwickelte dies mit seinem Konzept der ‚Learning Economy‘588 weiter. Die daraus resultierenden neuen Anforderungen könne der Staat durch gezielte Politiken bewältigen, allen voran durch die Entwicklung von Humankapital, die Schaffung neuer Organisa- tionsformen und Innovationsnetzwerke, die Lenkung...

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