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Visualisierungen des Umbruchs

Strategien und Semantiken von Bildern zum Ende der kommunistischen Herrschaft im östlichen Europa

Edited By Ana Karaminova and Martin Jung

Welche Schwierigkeiten und Möglichkeiten der visuellen Darstellung verbinden sich mit dem Ende der kommunistischen Herrschaft im östlichen Europa? Welche Bilder aus der Umbruchzeit wurden wann und wie zu Ikonen? Wie werden Bilder aus der Umbruchzeit mit künstlerischen Bearbeitungen danach verknüpft? Ausgehend von diesen Leitfragen behandeln die Beiträge dieses Bandes verschiedene Länder und untersuchen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven verschiedenartige Medien(formate), die von Filmen, Musikclips und Presse-Bildern bis zu Kunstwerken und musealen Darstellungen reichen. Damit zeigen die Beiträge die vielfältigen Anknüpfungspunkte des Themas auf und machen den Facettenreichtum der Frage nach «Visualisierungen des Umbruchs» deutlich.

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Bild und Umbruch. Gedanken aus der Perspektive der „Visual History“. Gerhard Paul

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29 Bild und Umbruch. Gedanken aus der Perspektive der „Visual History“ Gerhard Paul Das Bild in der Visual History Das Bild als Abbild, als historische Quelle war gestern – das Bild als Bild, als Medium, als Bildakt und Waffe und damit als genuiner Gegenstand der ge- schichtswissenschaftlichen Forschung ist heute – so könnte man plakativ den veränderten Umgang von Historikerinnen und Historikern im Rahmen des all- gemein sich vollziehenden iconic turn betiteln. Seit einigen Jahren haben visuelle Produktionen und Praktiken das Bewusst- sein auch der deutschsprachigen Historiker und -historikerinnen erreicht und ihre Erkenntnisinteressen und Themen, ihre Arbeits-, Darstellungs- und Publikations- formen verändert, sodass der amerikanische Historiker David F. Crew in der Zeitschrift German History 2009 feststellen konnte: „Yet German historians have only recently begun to pay serious attention to the politics of images.“1 Endlich, so können wir feststellen, hat auch die Geschichtswissenschaft begrif- fen, dass Visualität zum zentralen Charakteristikum der sozialen Welt und gleichzeitig zum dominanten Medium ihrer Deutung geworden ist. Lassen Sie mich daher zunächst einige Anmerkungen zum Begriff des Bildes innerhalb der von mir als „Visual History“ bezeichneten neueren Auseinandersetzung von His- torikern mit Bildern machen.2 Bilder sind nie nur Abbilder, gleichsam passive Spiegel von etwas außerhalb des Bildes selbst, wie sie von der Geschichtswissenschaft lange Zeit betrachtet wurden. Bilder sind keine Epiphänomene, sie verdoppeln nicht einfach nur. Bil- der sind mehr: Sie sind aktive, generative Kräfte, die oft erst erzeugen, was sie zeigen. Weil sie nie nur Abbilder, sondern...

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