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Die ökonomische Dimension der Inneren Sicherheit

Effiziente Kriminalitätsbekämpfung unter besonderer Berücksichtigung der potenziellen Opfer

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Jürg Weißgerber

Die Gewährleistung der Inneren Sicherheit gilt als zentrale Legitimationsgrundlage für staatliches Handeln. Trotz hoher öffentlicher und privater Ausgaben ist eine systematische Behandlung durch die Ökonomie bisher nicht erfolgt. Diese Arbeit leistet einen Beitrag, um diese Lücke zu schließen. Ausgehend von einer ökonomischen Fundierung des Begriffs der Inneren Sicherheit wird die Rolle des Staates bei der Gewährleistung der Inneren Sicherheit betrachtet. Auf der Grundlage des Entscheidungsmodells potenzieller Straftäter werden Erkenntnisse für eine effiziente Kriminalitätsbekämpfung gewonnen. Als Kern der Arbeit wird die Nachfrage der potenziellen Opfer nach Sicherheitsleistungen modelliert. Die einzelnen Ansätze werden in einem Gesamtmodell der Inneren Sicherheit zusammengeführt.

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1 Einführung

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1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit Die Analyse der Inneren Sicherheit aus ökonomischer Perspektive erscheint auf den ersten Blick ungewöhnlich. Der wissenschaftliche Diskurs in diesem Be- reich wird maßgeblich durch juristische, kriminologische, politologische und so- ziologische Beiträge geprägt, die sich insbesondere auf institutionelle Fragen konzentrieren und dabei das klassische Spannungsfeld von Freiheit und Sicher- heit hervorheben. Eine systematische Behandlung durch die Ökonomie ist bis- lang nicht erfolgt, obwohl es sich bei der Gewährleistung Innerer Sicherheit um eine zentrale Aufgabe des Staates handelt, die häufig als die eigentliche Legiti- mationsgrundlage für staatliches Handeln angesehen wird. Trotz der Tatsache, dass die Ausgaben für Innere Sicherheit beträchtliche Ressourcen in den öffent- lichen Haushalten binden und private Haushalte sowie Unternehmen hohe Geld- beträge für ihre Sicherheit aufwenden, ignorieren ökonomische Lehrbücher das Thema weitestgehend.1 Dies ist umso erstaunlicher, als im Gegensatz dazu öko- nomische Theorien für eine Reihe von staatlichen Aufgaben vorliegen (z. B. Bil- dung, Verteidigung, Gesundheit etc.).2 Die ökonomische Dimension der Inneren Sicherheit lässt sich anhand eines Artikels in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 7. September 2009 zur Sicherheitslage in Russland verdeutlichen.3 Darin wird die hohe Anzahl an Per- sonen, die im privaten und staatlichen Sicherheitsbereich beschäftigt sind, als ein Grund für die niedrige volkswirtschaftliche Produktivität in Russland ange- sehen. Rund 4 Mio. Personen sind in den staatlichen Sicherheitsstrukturen (Mili- tär, Polizei, Justiz und Geheimdienste) und bis zu 1 Mio. Menschen in privaten Sicherheitsdiensten...

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