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Die ökonomische Dimension der Inneren Sicherheit

Effiziente Kriminalitätsbekämpfung unter besonderer Berücksichtigung der potenziellen Opfer

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Jürg Weißgerber

Die Gewährleistung der Inneren Sicherheit gilt als zentrale Legitimationsgrundlage für staatliches Handeln. Trotz hoher öffentlicher und privater Ausgaben ist eine systematische Behandlung durch die Ökonomie bisher nicht erfolgt. Diese Arbeit leistet einen Beitrag, um diese Lücke zu schließen. Ausgehend von einer ökonomischen Fundierung des Begriffs der Inneren Sicherheit wird die Rolle des Staates bei der Gewährleistung der Inneren Sicherheit betrachtet. Auf der Grundlage des Entscheidungsmodells potenzieller Straftäter werden Erkenntnisse für eine effiziente Kriminalitätsbekämpfung gewonnen. Als Kern der Arbeit wird die Nachfrage der potenziellen Opfer nach Sicherheitsleistungen modelliert. Die einzelnen Ansätze werden in einem Gesamtmodell der Inneren Sicherheit zusammengeführt.

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7 Schlussbetrachtung

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Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel, die ökonomische Dimension der Inneren Sicherheit systematisch aufzuarbeiten. Da bisher keine geschlossene Theorie einer „Ökonomie der Inneren Sicherheit“ vorliegt, war es notwendig, eine Viel- zahl unterschiedlicher Ansätze zusammenzuführen und in einen gemeinsamen Kontext zu stellen. Es konnte dabei gezeigt werden, dass die Innere Sicherheit mit den zur Verfügung stehenden Methoden der Ökonomie analysiert werden kann und dass auf dieser Basis Aussagen zu einer effizienten Bereitstellung von Sicherheitsmaßnahmen hergeleitet werden können. Die in der Einleitung formu- lierten Teilfragen können nun beantwortet werden. Die Aufwendungen für die Innere Sicherheit sind aus volkswirtschaftlicher Sicht Folgekosten, die sich aus der Existenz von Kriminalität ergeben. In Deutschland werden jährlich ca. 24 Mrd. € für öffentliche Ausgaben im Bereich der Inneren Sicherheit und weitere 10 Mrd. € für private Sicherheitsausgaben verwendet. Im Vergleich mit einer Welt ohne Kriminalität könnte man zu dem Schluss kommen, dass es sich um eine Verschwendung von Ressourcen handelt. Dies ist jedoch im hier gewählten Ansatz nicht der relevante Maßstab zur Beur- teilung der Effizienz der eingesetzten Ressourcen. Entscheidend ist, in welchem Ausmaß Kriminalität verhindert wird, denn ein höheres Sicherheitsniveau stiftet den potenziellen Opfern von Kriminalität einen Nutzenzuwachs. Ihre Lebens- qualität verbessert sich, wenn sie nicht fortwährend dem Risiko eines kriminel- len Übergriffs ausgesetzt sind. Man kann die Innere Sicherheit daher als ein ö- konomisches Gut begreifen, dessen nachgefragter Output in der Minderung des individuellen Opferrisikos besteht. Die...

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