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Literatur und die anderen Medien

Romanistik in Freiburg – eine Zwischenbilanz

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Edited By Walter Bruno Berg, Frank Reiser and Chiara Polverini

Auch die Literatur ist ein Medium, eines unter anderen Medien. Ausgehend von der für die Wahrnehmung unserer Kultur entscheidenden Feststellung der sogenannten «Medien-Konkurrenz» kommt dieser Freiburger Tagungsband in seinen Beiträgen zu vielfältigen Perspektiven. Vorrangig ist das Interesse an den anderen Medien, von den traditionellen Medien – der Grafik, der Presse, dem Film oder Comic – bis hin zum Theater, zur TV-Liveberichterstattung, zur Musik oder zu Rap und Slam, sowie zu guter Letzt zur schieren Unendlichkeit der Intertexte, wie sie das kulturelle Gedächtnis in den Filmen Almodóvars, im lateinamerikanischen Gegenwartsroman oder in der Prosa Claude Simons bereit hält. Angesichts der Breite der Fallstudien über die drei romanistischen ‘Kernfächer’ hinweg erweist sich insbesondere die Frage nach der Methodik bei der Auseinandersetzung mit Literatur im medialen Umfeld als roter Faden dieses Bandes.

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MEDIENKONKURRENZ

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Genette goes Movies: Literarische und filmische Narratologie im Vergleich Hartmut Nonnenmacher Zusammenfassung: Indem man das speziell aus der und für die Analyse literarischer Erzähltexte ent- wickelte begriffliche Instrumentarium der Narratologie Gérard Genettes auf die Analyse des Erzählens in anderen Medien überträgt, dürften Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Erzählens in diesen Medien deutlich werden. Exemplarisch soll hier eine solche Übertragung auf den Film versucht werden. Dabei kann man sich punktuell auf Genette selbst stützen, der schon in Discours du récit und danach in mehreren anderen Publikationen bis hin zu der 2004 veröf- fentlichten Monographie über die Metalepse häufig auf den Film Bezug nimmt. Allerdings tut er dies, ohne zu hinterfragen, ob seine für die Analyse literarischer Erzählungen entwickelten Kategorien ohne Weiteres auf die Filmanalyse zu über- tragen sind. Eine systematischere Überprüfung der Möglichkeit eines solchen Transfers tut also not. Interessant ist dieses Vorhaben nicht zuletzt deshalb, weil zu vermuten steht, dass erzähltechnische Besonderheiten des récit filmique auch die Entwicklung des récit scriptural im 20. Jahrhundert beeinflusst haben. Wo also die Genette’sche Begriff- lichkeit sich bei der Anwendung auf die Filmanalyse als nicht stichhaltig erweist, können davon ausgehend Thesen über erzähltechnische Besonderheiten des Films und auch über von diesen beeinflusste entsprechende Entwicklungen in der Er- zählliteratur des 20. Jahrhunderts formuliert werden. Konkret sollen folgende von Genette geprägte Konzepte anhand von Beispielen vor allem aus spanischen und französischen Filmen auf ihre...

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