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Akten des XII. Internationalen Germanistenkongresses Warschau 2010- Vielheit und Einheit der Germanistik weltweit

Eröffnungsvorträge – Diskussionsforen

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Edited By Franciszek Grucza

Der Band enthält die Eröffnungsvorträge des Warschauer IVG-Kongresses und die Materialien der während des Kongresses veranstalteten sieben Foren (Panels), die zentralen Fragen in der in- und ausländischen Germanistik gewidmet waren. Die Vorträge fokussieren Herausforderungen der Germanistik im 21. Jahrhundert. Peter Strohschneiders Vortrag (Germanistik in der Wissensgesellschaft) geht auf die Rolle ein, die der Germanistik in einer wissensbasierten Gesellschaft der Zukunft zugewiesen wird und die sie selbst beansprucht. Im Vortrag Mirosława Czarneckas ( Zur Rekonstruktion der weiblichen Genealogie im ästhetischen Diskurs deutscher Autorinnen seit dem 17. Jahrhundert) werden diachronisch genealogische (weibliche) Strukturen im ästhetischen Diskurs deutscher Autorinnen vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart rekonstruiert. Hans-Jürgen Krumms Vortrag (Deutsch(-lernen und -lehren) in einer vielsprachigen Welt: Risiken und Chancen) ermöglicht einen Einblick in die bildungspolitische Dimension von DaF in einer vielsprachigen Welt. Die Panels präsentieren die Diskussionsbeiträge zu kontroversen Fragen in der heutigen Germanistik: nämlich die Gefahr der Selbstreferenzialität der Germanistik (Führt die deutschsprachige Literatur Selbstgespräche? Zur internationalen Wahrnehmung zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur), die Herausforderung der Transkulturalität (Transkulturalität und Intermedialität in der Germanistik des globalen Zeitalters), das Problem eines (neuen) literarischen Kanons für Pädagogen und Lehrer (Warum Literatur der Vormoderne?), die Notwendigkeit einer Pluralisierung der Forschungs- und Lehransätze in DaF (Zukunftsmodelle der Germanistik), Deutsch als plurizentrische Sprache (Regionalsprachen zwischen Standardsprachen – das Beispiel des Elsass, Luxemburgs und der Schweiz), Interkulturalität als Grundlage von Binnen- und Auslandgermanistik (Interkulturelle Germanistik im Wandel), schließlich die politische Dimension der Förderung der deutschen Sprache im Ausland (Die deutsche Sprache unter den heutigen politischen und sozialen Bedingungen im In- und Ausland).

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Panel (1). Führt die deutschsprachige Literatur„Selbstgespräche“? Zur internationalen Wahrnehmung zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur. Initiiert und redigiert von Hartmut Eggert

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Panel (1) Führt die deutschsprachige Literatur „Selbstgespräche“? Zur internationalen Wahrnehmung zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur Initiiert und redigiert von Hartmut Eggert 50 HARTMUT EGGERT (Deutschland, Berlin) Zur Einführung 1. Der Titel dieses Panels „Führt die deutschsprachige Literatur Selbstgesprä- che?“ wandelt den Ausspruch des deutschen Kulturmanagers Michael Schindhelm in der Sylvester-Ausgabe des Berliner ‚Tagesspiegels‘ ab. Er beklagte in der Jahresbilanz die mangelnde globale Präsenz deutscher Kultur unter dem plakativen Slogan „Deutschland führt Selbstgespräche“. Der Grund liege in der Blickbeschränkung: „Berlin-Hype, Nobelpreise, Oscars und Goethe-Institut sollten uns nicht täu- schen: Wir interessieren uns mehr für die Anderen als die anderen für uns. Und wir lesen unsere Literatur vor allem selbst, Unsere Theater, Museen und Opern haben fast ausschließlich regionale Reichweite. Deutschland ist mit sich selbst im Zwiegespräch….“ Dieser Behauptung einer Selbstbezogenheit der deutschen Gegenwartskultur entgegnete zwei Wochen später der Präsident der Goethe-Institute mit einer Darlegung der auswärtigen Kulturpolitik für das zweite Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts unter dem programmatischen Titel „Gespräch mit der Welt“. Er stellte dar, was die Goethe-Institute weltweit unternehmen wollen, um die deutsche Kultur ins Gespräch mit anderen Kulturen zu bringen, mit den europäischen „Nachbarschaften“, aber vor allem auch mit asiatischen und islamischen Kulturen. Nun machen Kulturmanager und Kulturpolitiker ja nicht die Kunst selber, die sie präsentieren möchten, sondern es sind die Künstler, die Kunst machen, und die richten sich in der Regel nicht nach deren W...

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