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Vom Ursprung ökokritischen Denkens zu einem kosmopolitanen Ansatz der urbanen Ökokritik

Ort und Raum von der amerikanischen Wildnis bis zur urbanen Dystopie

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Andrea Edl

Die Ökokritik als ökologisch orientierte Literaturwissenschaft behandelt die Wechselwirkungen zwischen Literatur und Umwelt. Die Autorin sieht die Quelle ökokritischen Denkens bei den amerikanischen IndianerInnen und den TranszendentalistInnen. Demzufolge wird die gegenwärtige Umweltkrise als Resultat eines kurzsichtigen Anthropozentrismus betrachtet. Der in der Mystik fußende Ökozentrismus sieht die apokalyptische Bedrohung der Natur als Appell zur Veränderung. Diese interdisziplinäre Studie ist eine theoretische Grundlegung der urbanen Ökokritik. In ihr werden soziale, politische und kulturelle Realitäten von der amerikanischen Wildnis bis zur urbanen Dystopie vergegenwärtigt. Mit Theorien von Ort und Raum wird die traditionelle Ökokritik zu einem kosmopolitanen Ansatz der urbanen Ökokritik erweitert und europäisches und amerikanisches Denken integriert.

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1. Ökokritik: Definition, Herkunft und Richtungen

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Dieses Kapitel dient der Darlegung der Grundlagen der Ökokritik und der allge- meinen Axiome, die den theoretischen Grundriss dieser Studie bilden. So erwägt dieser Abschnitt zunächst die Herkunft, Bedeutung und Entstehung des Begriffs und erläutert wichtige Einflüsse auf die ökokritische Theorie sowie deren mögliche Abgrenzung zu anderen beziehungsweise Bereicherung durch andere Disziplinen. Weiter werden gegenwärtig vorherrschende ökokritische Gedankengänge erläu- tert, welche die seit den 90er Jahren lange geforderte Veränderungen innerhalb literarischer und kultureller Untersuchungen hin zu mehr Offenheit und Inter- disziplinarität widerspiegeln. Die Ökokritik beschäftigt sich mit den Auswirkungen von literarischen und nicht-literarischen Texten auf die Umwelt. Eine ökokritische Grundhaltung gegen- über der Umwelt verwehrt sich gegen gedankliche Modelle des Anthropozentrismus, die den Menschen über andere Lebewesen stellen. Dies schließt eine sehr spezifische Haltung mit ein, in der Texte stärker durch eine moralische Instanz hindurch be- trachtet werden als mittels strenger Analytik. Es ist demnach ein Hauptanliegen der ökozentrisch geprägten Ökokritik, anthropozentrische Gedankenmodelle offenzu- legen.1 Aus wissenschaftlicher Sicht sind moralische Sätze jedoch nicht verifizierbar, weil sie von den Gefühlslandschaften des/der einzelnen ÖkokritikerIn abhängen. Somit ergibt sich, dass der Ökokritik kein streng analytisches Verfahren zu Grunde liegt, was bei angewandten EthikerInnen beispielsweise auf Kritik stoßen mag. Diese Begrifflichkeiten werden im vorliegenden Kapitel kurz angeschnitten, wegen ihrer zentralen Bedeutung in der ökokritischen Analyse wird jedoch das nachfolgende Kapitel diese genau durchleuchten. Die Ökokritikerin Ursula Heise betont, dass auf- grund der Vielzahl von politischen und...

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