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Die Anwendung des ABGB in Italien im 19. Jahrhundert und seine historischen Aspekte

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Daniele Mattiangeli

Die Geschichte des ABGB und seine Ausstrahlungen auf andere Rechtsordnungen in den vergangenen 200 Jahren sind ein sehr wichtiges Phänomen, das eine eigene Vertiefung und Überprüfung verdient. In dieser Forschungsarbeit wird die Umsetzung des ABGB in Nord-Italien untersucht, im Vergleich mit den vorhergehenden romanistischen Grundlagen des Rechts in den betroffenen Regionen und weiteren Einflüssen von ausländischen Gesetzgebungen, die in derselben Periode entstanden sind. Somit versucht dieses Buch ein wenig mehr Klarheit in historischem und juristischem Sinn über die Umsetzung des österreichischen Rechts in Nord-Italien im 19. Jahrhundert zu schaffen.

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1. Historische Ereignisse und sozial-politische Hintergründe der Gesellschaft in der Lombardei und in Venetien

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1.1 Historische Ereignisse zwischen 1800 und 1859 in Nord-Italien Zwischen dem Ende des XVIII. Jahrhunderts und dem Beginn des XIX. Jahr- hunderts, ereigneten sich zahlreiche historische, politische und soziale Änderun- gen im Gebiet Nord-Italiens1. Am Ende des XVIII. Jahrhunderts und vor der französischen Revolution, ist die Geschichte Nord-Italiens fragmentiert und kompliziert, das politische Pano- rama der nord-italienischen Städte stark geteilt. In Mailand gab es noch das „Ducato di Milano“, in Venedig, Friaul, Istrien, Dalmatien und in einem Teil der Lombardei die venezianische Republik, in Nord-Emilien verschiedene kleine Frei-Städte, Herrschaften („signorie“) und Fürstentümer: Das Herzogtum von Parma, das Herzogtum von Modena, das Herzogtum von Ferrara (das später an den „Stato Pontificio“ ging) und die Ro- magna waren noch unter der Herrschaft des „Stato Pontificio“2. Die politische und soziale Konfiguration Nord-Italiens war sehr unterschied- lich und in zahlreiche Herrschaften geteilt, ähnlich der Situation der mittelalter- lichen Periode. Die Herrschaften waren andere, da die meisten vom österreichi- schen Kaiserreich abhängig waren und nicht mehr von den Franzosen oder den Spaniern, aber die Spaltung der nord-italienischen Bevölkerung war im politi- schen, sozialen und geographischen Sinn gleich3. Zwischen 1796 und 1814 ändert sich das politische Klima in Nord-Italien radikal. Mit der französischen Revolution und ihren Ideen der Freiheit, Gleich- heit und Brüderlichkeit breitet sich das Gedankengut der französischen „Philo- sophen“ auch in Italien aus4. Auch die Herrschaften Nord-Italiens wurden von diesen Ideen berührt und beeinflusst. So beginnen verschiedene neue politischen und sozialen...

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