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Die Anwendung des ABGB in Italien im 19. Jahrhundert und seine historischen Aspekte

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Daniele Mattiangeli

Die Geschichte des ABGB und seine Ausstrahlungen auf andere Rechtsordnungen in den vergangenen 200 Jahren sind ein sehr wichtiges Phänomen, das eine eigene Vertiefung und Überprüfung verdient. In dieser Forschungsarbeit wird die Umsetzung des ABGB in Nord-Italien untersucht, im Vergleich mit den vorhergehenden romanistischen Grundlagen des Rechts in den betroffenen Regionen und weiteren Einflüssen von ausländischen Gesetzgebungen, die in derselben Periode entstanden sind. Somit versucht dieses Buch ein wenig mehr Klarheit in historischem und juristischem Sinn über die Umsetzung des österreichischen Rechts in Nord-Italien im 19. Jahrhundert zu schaffen.

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3. Probleme des Code Napoleon und ersteÜberlegungen zum ABGB

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55 3. Probleme des Code Napoleon und erste Überlegungen zum ABGB 3.1 Die Probleme der Umsetzung des Code Napoleon in Nord-Italien Als der französische Code Civil in Italien umgesetzt wurde, hatten die Italiener bis zu diesem Zeitpunkt nur das ius commune und verschiedene Lösungen des römischen Rechts als Rechtgrundlagen der verschiedenen italienischen Rechts- ordnungen verwendet259. Aufgrund dieser sehr alten, wiederholten Rechtserfahrung betrachteten die Italiener das französische Zivilgesetzbuch zuerst sehr skeptisch. Die Juristen zeigten sich vom Code Civil enttäuscht, da die Rechtspraxis die neue Regelung der Eigentumsübertragung in Norditalien als unsicher betrachtete. Die Norditali- ener, wie zB die Lombarden, hatten bereits seit 1750 einen Kataster260 und ein Grundbuch, und hatten sich dem österreichischen System gut angepasst. Im Lau- fe des XVIII. Jahrhunderts, nach dem Frieden von Rastatt, übernahmen sie alle österreichischen Gesetze (vor allem kaiserliche Mandate und Dekrete). Zu die- sem Zeitpunkt bestand die österreichische Rechtordnung aus verschiedenen Rechtsquellen: dem ius commune, dem sogennnaten Codex Leopoldinus (eine gesamtstaatliche Vereinheitlichung des Rechts der Länder und Nationen der Habsburgischen Monarchie von 1671), dem Codex Austriacus (eine Sammlung kaiserlicher Mandate und Dekrete von 1704-1777) und zuletzt dem sogenannten „Josephinische Gesetzbuch“ von 1787 (eine neue Erarbeitung des nie in Kraft getretenen „Codex Theresianus“)261. Unter allen diesen Gesetzen wurden der Kataster und das System des Grundbuches für die Eigentumsübertragung von den Juristen und den Praktikern besonders geschätzt. Eine revolutionäre Ände- rung in diesem Bereich des Rechts war für die Notare und die Rechtspraktiker...

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