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Aspekte der Kinder- und Jugendliteratur

Genres – Formen und Funktionen – Autoren

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Gerhard Haas

Von mehreren Ansätzen aus stellt der Verfasser das lange vernachlässigte Thema ‘Phantastik’ im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur zur Diskussion und versucht, eine tragfähige Theorie der Genres ‘Phantastik’, ‘Fantasy’ und ‘Science Fiction’ zu entwickeln. Daneben werden weitere zentrale Aspekte der Literatur für junge Menschen wie: ‘Dritte Welt im Jugendbuch’, ‘Bestseller’, ‘Das Thema Reisen in der Kinder- und Jugendliteratur’, ‘Das Tierbuch’, ‘Funktionen der Kinder- und Jugendliteratur’ sowie Beiträge zum Werk von Otfried Preußler und Willi Fährmann vorgestellt.

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PROBLEME DER PHANTASTIK 9

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f>ROBLEME DER I'HANTASIK 9 PROBLEME DER PHANTASIK Struktur und Funktion der phantastischen Literatur 1 Es erscheint auf den ersten Blick als kaum erklarbarer Widerspruch, wenn im Traditionszusammenhang eines so intensiv wie subtil ausgebildeten Irratio- nalismus, im Land der Grimmschen Marchen und im Bereich der Sprache, die mit dem Wort 'Grauen' einen nur ihr eigenen Zentralbegriff der phantastischen Literatur besitzt, 1 1974 der Herausgeber von Phai"con 1 und Phafcon 2, Rein A. Zondergeld, sagen kann, er unternehme mit der Publizierung von theore- tischen Texten zum Problem des Phantastischen aus dem Bereich der franzo- sischen, englischen, amerikanischen und polnischen Literaturkritik den ,er- ste(n) Versuch, die theoretische Beschaftigung mit der phantastischen Literatur im deutschen Sprachraum einzuleiten. "2 Geht man diesem Widerspruch nach, dann stosst man allerdings auf geistes- geschichtliche Positionen des 19. Jahrhunderts, die zumindest teilweise erkla- ren. warum die deutschsprachige Literaturwissenschaft die Eingrenzung des Phantastischen auf einen Texttyp, der aufgrund seiner entwicklungsgeschichtli- chen und phanomenologischen Nahe zur 'Gothic romance' in England strikt- ausschliesslich durch das Grauen- und Schauererregende definiert ist und der im deutschen Sprachbereich zunachst nur durch E. T. A. Hoffmanns Prosa re- prasentiert wird, nicht nachvollzogen hat. Goethe hatte 1827 auf einen E.T.A.Hoffmann-Artikel in The Foreign Quarterly Review hin bemerkt, es komme darauf an, das Phantastische und das Gewohnliche' in der Literatur nicht zu welchem Zweck bzw. Effekt auch immer, voneinander abzutrennen, sondern grundsatzlich als Einheit zu sehen. 3 Dieser Gedanke eines konstitutiven Zusammenhangs beider Bereiche, Stoff- arten und Weltsichten gehort, immer wieder von anderen Ansatzen aus...

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