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Die Charaktere aus Goethes «Wilhelm Meisters Lehrjahre» bei Anton Rubinstein und Hugo Wolf

Mit einer Analyse der Rezeptionsgeschichte der lyrischen Einlagen des Romans

Matthies Andresen

Hugo Wolf und Anton Rubinstein nehmen hinsichtlich der Vollständigkeit ihrer Vertonungen der Gedichte aus Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre eine Sonderstellung ein. Ihre im Abstand von nur 16 Jahren entstandenen Kompositionen werden erstmalig jeweils als einheitlicher Korpus untersucht. Dabei findet die Analyse fächerübergreifend auf literatur- und musikwissenschaftlicher Ebene statt. Im Zentrum der literarischen Untersuchung steht die Charakterdarstellung, die dann in Verbindung mit den verschiedenen Vertonungen betrachtet wird. Eine Hinführung zum Thema erfolgt durch die Untersuchung der Rezeptionsgeschichte der lyrischen Einlagen des Romans, wobei alle Quellentexte vollständig wiedergegeben werden.

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3. Darstellung der einzelnen Charaktere in Anton Rubinsteins Opus 91: Die Gedichte und das Requiem für Mignon aus Goethe’s „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ in Musik gesetzt von Anton Rubinstein

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Bevor eine Analyse der Lieder mit der daraus resultierenden Charakter- Darstellung der einzelnen Personen durchgeführt wird, soll zum besseren Verständnis der Person Anton Rubinsteins eine knappe Biographie und ein Überblick über sein Œuvre mit Schwerpunkt auf die Lied-Kompo- sitionen gegeben werden. 3.1 Biographie Anton Rubinsteins Anton Rubinstein wurde am 28. November 1829 in Wechwotinez in Moldavien geboren.233 Mütterlicherseits war er deutscher Abstammung, was wohl auch seine lebenslange, enge Verbindung zu Deutschland be- stimmte. Als geborene Juden traten Rubinstein und seine Familie schon bald zum Christentum über, damit keine rechtlichen und politischen Ein- schränkungen ihr weiteres Leben behinderten. Im Alter von fünf Jahren zog Rubinstein nach Moskau. Seine Mutter, die selbst Klavier spielte, bemerkte schon früh die erstaunlichen musikalischen Fähigkeiten Antons und gab ihm Klavierunterricht. Schon nach kurzer Zeit war der Sohn jedoch der Mutter überlegen, die ihm nun die bestmögliche musikalische Ausbildung zusichern wollte. So bekam Rubinstein im Alter von sechs Jahren in Moskau Klavierunterricht bei Alexander Villoing, der seine 233 Irrtümlich wird Anton Rubinsteins Geburtstag oft als der 30. November angegeben. Die biographischen Daten werden entnommen aus: Garden, Edward: Anton Rubinstein. In: Stanley Sadie (Hg.): The New Grove Dictionary of Music and Musicians. Vol. 16. London 1980. S. 297–300. Waldmann, Guido: Rubinstein, Anton Grigorjewitsch. In: Friedrich Blume (Hg.): Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Band 11. Kassel 1963. S. 1044–1047. Speziell zu den Lebensdaten vgl. Sachs: Virtuoso. S. 64. Finck, Henry T.: Famous Composers and Their Music. Vol....

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