Show Less

Die Rechtsstellung des leiblichen Vaters bei der Adoption seines nichtehelichen Kindes

Series:

Vera Meyer

Obwohl Vätern nichtehelicher Kinder mittlerweile ein Einwilligungsrecht in die Adoption eingeräumt ist, sind sie im Adoptionsverfahren immer noch gegenüber Vätern benachteiligt, die mit der Kindesmutter verheiratet sind. Nach einer Darstellung der Entwicklung des Adoptionsrechts seit dem Nichtehelichengesetz von 1969 befasst sich die Autorin mit den derzeitigen adoptionsrechtlichen Regelungen. Dabei untersucht sie die maßgeblichen völker- und verfassungsrechtlichen Grundlagen, um festzustellen, ob die derzeitigen Regelungen diesen gerecht werden. Außerdem widmet sich die Autorin dem Problem, dass sich die leibliche Mutter im Adoptionsverfahren weigert, die Identität des Kindesvaters preiszugeben. Sie stellt Lösungsvorschläge vor mit dem Ziel, die Verwirklichung der Väterrechte zu sichern.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Schlussbetrachtung

Extract

Bei der Ausgestaltung der Rechtsstellung des leiblichen Vaters im Falle einer Adoption seines nichtehelichen Kindes in den einfachgesetzlichen Vorschriften des BGB hat der Gesetzgeber diejenigen Maßstäbe zu erfüllen, die das Völker- und Verfassungsrecht vorgeben. Insbesondere muss er beachten, dass ein Vater bereits den Schutz nach Art. 8 I i.V.m. Art. 14 EMRK genießt, wenn zwischen ihm und seinem nichtehelichen Kind (noch) keine soziale Beziehung besteht. Entsprechend kommt auch der Schutz des Art. 6 I GG der Gemeinschaft eines Vaters und seines nichtehelichen Kindes zu, ohne dass hierfür eine soziale Be­ ziehung zwischen beiden gefordert wird. Ebenso ist ein Vater Träger des Eltern­ rechts nach Art. 6 II 1 GG, selbst wenn er keine soziale Bindung zu seinem Kind hat. Durch eine extensive Gewährung des Schutzes wird verhindert, dass die Reichweite der völker- und verfassungsrechtlichen Garantien zur Disposition der Kindesmutter gestellt wird. Denn es steht in ihrer Macht, die Entwicklung einer sozialen Vater-Kind-Beziehung zu boykottieren, selbst wenn ein Vater bereit und in der Lage ist, die Verantwortung für sein Kind zu übernehmen. Der völker- und verfassungsrechtlich garantierte Schutz bewirkt, dass die fa­ miliären Bande bei jedem staatlichen Handeln geachtet und gefördert werden müssen und Maßnahmen zu ergreifen sind, die eine Zusammenführung von ei­ nem Elternteil und seinem Kind sowie ein Zusammenleben beider ermöglichen. Ferner ergibt sich aus den auf völker- und verfassungsrechtlicher Ebene ge­ troffenen Wertentscheidungen, dass ein Kind vorrangig bei seinem leiblichen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.