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Die Geschichte des ungarischen Nationalismus

Adam Markus

Die Geschichte des ungarischen Nationalismus bietet einen Überblick über die ungarische Geschichte der letzten 150 Jahre, mit einem besonderen Fokus auf den ungarischen Nationalismus. In zehn Kapiteln wird nicht nur kritisch auf die Geschichte Ungarns ab der Revolution im Jahre 1848 bis zur Machtübernahme Orbáns im Jahre 2010 eingegangen, sondern auch auf den ungarischen Nationalismus, seine Entstehung, seine verschiedenen Typen und seine Ziele. Das Buch soll auch dem nicht-akademischen Publikum die derzeitige politische Situation des Landes und die Mentalität seiner Bevölkerung näher bringen. Darüber hinaus sollen bekannte Geschichtsmythen aufgedeckt und die Propaganda dahinter enthüllt werden.

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5. Antisemitismus und „Judengesetze“

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In der Monarchie Antisemitismus ist in Ungarn kein modernes Phänomen und geht bis weit in die Zeit der österreichisch– ungarischen Monarchie zurück. Es kam in Ungarn wie in anderen europäischen Staaten auch ab Mitte des 19. Jahrhunderts zur Entste- hung des „modernen“ Antisemitismus. Der Unterschied zum „Antijudaismus“ der vorgehenden Jahrhunderte ist eine nicht auf religiöser Basis begründete Ab- neigung gegen das Judentum, sondern eine Degradierung von Jüdinnen und Ju- den aufgrund ihrer „Rassenzugehörigkeit“. Die Entwicklung des Antisemitismus hatte mehrere Gründe, ein wichtiger Faktor beim ungarischen Antisemitismus war aber die bedeutende Stellung der ungarischen Juden innerhalb des ungari- schen Großbürgertums und die besondere Schwäche nichtjüdischer Ungarn in diesem Bereich. Juden war es in Ungarn (wie im restlichen Europa) Jahrhundertelang verbo- ten etwas anderes außer Handel zu betreiben. Sie konnten zwar große Geld- vermögen anhäufen, profitierten aber in einer Gesellschaftsordnung in der Macht weniger von Vermögen, als von Landbesitz und Adelstitel abhing, kaum von ihrem Geld. Während der „industriellen Revolution“ konnten sie aber von den Veränderungen der europäischen Gesellschaft profitieren. Zwar hatte es während des 19. Jahrhunderts auch ein Teil des ungarischen Adels geschafft in bürgerlichen Geschäftsfeldern Fuß zu fassen, viele blieben aber ihrer adeligen Lebensweise treu und überließen die Rolle der Bankiers und Großkapitalisten jüdischen Kaufleuten, die sich in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts als gefrag- te Financiers und Eigentümer von Industrieunternehmungen in...

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