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Die Geschichte des ungarischen Nationalismus

Adam Markus

Die Geschichte des ungarischen Nationalismus bietet einen Überblick über die ungarische Geschichte der letzten 150 Jahre, mit einem besonderen Fokus auf den ungarischen Nationalismus. In zehn Kapiteln wird nicht nur kritisch auf die Geschichte Ungarns ab der Revolution im Jahre 1848 bis zur Machtübernahme Orbáns im Jahre 2010 eingegangen, sondern auch auf den ungarischen Nationalismus, seine Entstehung, seine verschiedenen Typen und seine Ziele. Das Buch soll auch dem nicht-akademischen Publikum die derzeitige politische Situation des Landes und die Mentalität seiner Bevölkerung näher bringen. Darüber hinaus sollen bekannte Geschichtsmythen aufgedeckt und die Propaganda dahinter enthüllt werden.

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7. Besetzung, Holocaust und Pfeilkreuzlerterror

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Friedensgespräche und Besetzung. Bereits im Herbst 1941 wuchs der Unmut der Bevölkerung gegen den Krieg. Angesichts der revisionistischen Stimmung die herrschte, war nämlich die Auf- merksamkeit der Bevölkerung einzig auf die Rückgewinnung der ehemals- un- garischen Gebiete gerichtet. Wie dies durch eine Armee erreicht werden sollte, die tausende Kilometer weit im Osten kämpfte und fror, war für die Bevölke- rung nicht ersichtlich. Die Unzufriedenheit im Land reichte aber nicht aus um bewaffneten Widerstand gegen das System aufkommen zu lassen. Die Regie- rung war bemüht, die Lebensmittelversorgung aufrecht erhalten zu können um Hungersnöte wie im Ersten Weltkrieg zu vermeiden.239 Das zumindest formell offene politische System erlaubte darüber hinaus die Kanalisation von politi- schem Frust, was auch der Opposition gegen den Krieg erlaubte, zumindest teilweise in der Öffentlichkeit zu agieren. Eine der führenden Persönlichkeiten dieser Opposition war der politische Führer der Unabhängigen Kleinlandwirtepartei (Független Kisgazdapárt - FKGP), der Schriftsteller, bekennende Rassentheoretiker und Antisemit, Bajcsy- Zsilinsky Endre. Bajcsy-Zsilinsky, dessen Wege sich mit (dem rechtsextremen Theoretiker) Gyula Gömbös öfter gekreuzt haben, träumte unter anderem von einem „Dritten Ungarn“.240 Obwohl man ihn schwer als Demokraten bezeichnen kann, war er nicht nur ein erklärter Gegner der Pfeilkreuzler und politisch gegen die Ermordung von Juden durch die ungarische Armee, sonder als einer der we- nigen gegen die deutsche Besatzung aktiv. Es war jener Bajcsy-Zsilinsky, der im Juli 1943 den Ministerpräsidenten in einem Memorandum...

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