Show Less

Erinnerungsliteratur von Jehovas Zeugen als NS-Opfern

Series:

Justyna Haas

Das Buch befasst sich mit Erinnerungstexten von Zeugen Jehovas als einer lange vergessenen Opfergruppe des Nationalsozialismus. Die Autorin stützt ihre Ausführungen auf reiche, neu erschlossene Quellenbestände und literaturwissenschaftliche Ansätze, deren Methodik der Spezifik von Zeitzeugentexten hinsichtlich ihrer Funktionalität gerecht werden kann. Erinnerungstexte verfolgter Zeugen Jehovas werden analysiert und anhand eines umfassend argumentierten Vergleichs mit literarischen Texten zum Holocaust als Erinnerungsliteratur im kultur- und literaturwissenschaftlichen Forschungsfeld platziert. Für die Entwicklung von Toleranz und Zivilcourage stellen sie sich als wichtig und didaktisch verwertbar heraus. So bezweckt die Verfasserin nicht nur, die Erinnerungstexte vor dem Vergessen zu bewahren, sondern legt zudem eine neue Basis für weiterführende historische und literaturwissenschaftliche Auseinandersetzungen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

5 Jehovas Zeugen als NS-Opfer

Extract

Mögen andere Mut fassen in der Gewissheit, dass Hoffnung die Verzweiflung besiegen kann.184 5.1 Gegenstand der Untersuchung Einleitend möchte ich auf die Formulierung des amerikanischen Forschers Ja- mes E. Young hinweisen, der für die Etablierung des Begriffes „Nach-Bilder“ des Holocaust sorgte.185 Die Bezeichnung „Nach-Bilder“ des Holocaust geht auf die Forschung von James Young zurück. Nach seiner Ansicht wird Geschichte zu einem „Vorgang der Aufzeichnung, der aus beidem besteht – aus den Ereignissen und der Wei- tergabe dieser Ereignisse an die nächste Generation“186. Weil die Geschichte der Verfolgung von Jehovas Zeugen im Nationalsozialismus auch „ein ganz eigen- artiger Vorgang“187 ist, so müsste man neben den historischen Tatsachen und deren Beschreibung auch die Erlebnisberichte der Überlebenden unter die Lupe nehmen und die schriftlichen Zeugnisse der betroffenen Zeugen Jehovas analy- sieren. Dadurch wird es möglich festzustellen, wie ihre Geschichte dem Nicht- betroffenen vermittelt werden kann. Dabei sollte betont werden, dass die Über- lebenden aus der Gruppe der Zeugen Jehovas sich während der letzten Jahre durch eine große literarische Produktivität auszeichneten. Außer den veröffent- lichten Tagebüchern, Gedichten und Autobiographien gibt es eine unüberschau- bare Menge schriftlicher Zeugnisse aus der Verfolgungszeit, die sich in Archi- ven oder Privatbesitz befinden. Deswegen ist es empfehlenswert, sie bei der Gesamtdarstellung dieser Prob- lematik nicht außer Acht zu lassen. Der geschichtliche Kontext muss geklärt werden, um dann auf die persönlichen Schicksale einzugehen und dadurch zum besseren Verständnis der Verfolgungsgeschichte dieser...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.