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Altruismus – ein psycho-physisches PhAltruismus – ein psycho-physisches Phänomen

Entwicklungsstufen der Interpretation des Phänomens

Herta Mayerhofer

Die Arbeit setzt sich das Ziel, zu zeigen, wie es in der europäischen Geistesgeschichte zur Ausbildung eines personalen Ich gekommen ist. Dadurch kann sich der Mensch als eigenständige Person erkennen und Eigenverantwortung für seine Handlungen übernehmen, deren Auswirkungen auch die anderen betreffen. Um den Anderen in seinen Ansprüchen und Bedürfnissen wahrzunehmen, bedarf es nicht nur des Verstandes, sondern auch des Gefühls. Die moderne «Philosophie der Gefühle» und die aktuelle Hirnforschung bieten mit ihren Ergebnissen die Chance, zu erkennen, dass dem Menschen aufgrund seiner psycho-physischen Ausstattung die Rücksichtnahme auf den Anderen sowohl möglich als auch für ihn selbst förderlich ist. Der letzte Abschnitt der Untersuchung zeigt, dass die Ansprüche der anderen in der Moral und den Gesetzen verankert werden müssen, um Wirksamkeit zu entfalten.

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V. Rücksicht gegenüber dem Anderen festgelegtin Moral und Gesetz

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301 V. Rücksicht gegenüber dem Anderen festgelegt in Moral und Gesetz V.1. Das Gute in der Philosophiegeschichte Das "Gute" bildete von Anfang an ein Thema der Philosophie und wird in der Philosophiegeschichte unterschiedlich interpretiert. Platon sieht in der der Ent- faltung der Vernunft den Weg zur Fähigkeit, Gutes und Übles zu erkennen und voneinander zu unterscheiden. (Laches 199c). Das Gute bildet für Platon den höchsten Erkenntnisgegenstand (Rep. VI, 505 A ff.), es gilt ihm als Prinzip für alles Schöne und Wahre. Die Idee des Guten als das Gute an sich steht auch über dem Sein, es bildet auf diese Weise Grund und Ursprung allen Seins. Das Gute ist eins mit der göttlichen Vernunft (Phileb. 22) und ist im Demiurg tätig, der alles Seiende hervorbringt (Tim. 28ff). Auch Aristoteles ist davon überzeugt, dass das Gute durch die menschliche Vernunft erkennbar ist und zieht daraus den Schluss, dass der Mensch, wenn er in der Lage ist, das Gute zu erkennen, auch richtig handeln könne. (NE I 1094a 1-3). Allerdings lehnt Aristoteles das Gute an sich als Idee ab und sieht es in Dingen und Tätigkeiten verwirklicht, Gutes kommt den Dingen zu, wenn der ihnen innewohnende Naturzweck, der im Gattungsbegriff enthalten ist, verwirk- licht wird. Für den Menschen liegt das höchste Gut in der Eudämonie (gr. eu- daimonia = Glückseligkeit), die durch die vernünftige sittliche Entfaltung der Seele zu erreichen ist. Der Mensch bedarf, um die seinem Wesen...

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