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Vom Zorne Gottes und vom Zorn des Menschen

Plädoyer für eine nachbiblische Emotionalität

Dankwart Kirchner

Diese Arbeit untersucht die biblischen Beschreibungen und Bewertungen von Gefühlen. Der Zorn Gottes und der Zorn des Menschen stehen dabei zunächst im Zentrum, doch später wird der Blickwinkel auf das generelle christliche Problem der Leiblichkeit, des Umgangs mit dem Körper und seiner Gefühle erweitert. Die Arbeit sucht nach einer Lösung der Diskrepanz zwischen heutigem und biblischem Welt- und Gefühlsverständnis. Sie plädiert für eine Auslegung biblischer Texte im Sinne des heutigen Denkens, um mit einem nachbiblischen Verständnis von Emotionalität neu über das Christliche nachdenken zu können. Die Weichen hierzu wurden bereits im antiken Griechenland gestellt: Die Vorstellung, dass Gefühle außerhalb des Menschen entstehen und von Göttern oder Dämonen hervorgerufen werden, wurde abgelöst durch das Verständnis, dass Gefühle im Menschen selbst entstehen – und auch von ihm verantwortet werden.

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Vorwort

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V o r w o r t Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser, auf den folgenden Seiten werden biblische Beschreibungen und Bewertungen von Gefühlen besprochen. Der Zorn Gottes und der Zorn des Menschen stehen zunächst im Zentrum, doch wird ab Kapitel 2 fokussiert, dass es ein christliches Problem der Leiblichkeit, des Umgangs mit dem Körper und seiner Gefühle gibt. Es werden Beispiele genannt, wohin bestimmte emotionale Zustände ge- führt haben und führen können. Dafür werden Texte aus der Bibel, aus ihrer Umwelt und aus nachbiblischer, christlicher Zeit zitiert. Da ich den Umgang mit Gefühlen durch biblische Autoren kritisch sehe, werde ich heutiges Verständnis von menschlicher Emotionalität gegenüberstellen. Ich habe somit eine Leser- schaft im Blick, der die biblisch-christliche Tradition bekannt ist, die jedoch die Diskrepanz zwischen diesen ehrwürdigen Texten und heutiger Weltsicht spürt und die wie ich nach Möglichkeiten sucht, diese Diskrepanz einer Lösung zuzu- führen. Bei der Alternative: Passt sich das heutige Welt- und Gefühlsverständnis dem biblischen an oder sollte bei der Auslegung biblischer Texte auf den mo- dernen Geist generell Bezug genommen werden, plädiere ich für letzteres. Das Kapitel 6, Abschnitte 2 und 3, thematisiert die unterschiedlichen Auffassungen vom Gefühl. Kapitel 7, Abschnitt 2, beschreibt, dass im antiken Griechenland die Weichen für eine Klärung des Problems, vor dem wir stehen, bereits gestellt wurden. Die ältere Vorstellung, nach der Gefühle durch Ursachen au...

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