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Deutsch und seine Nachbarn

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Michael Elmentaler

Die Überlieferung der deutschen Sprache zeugt seit ihren Anfängen im 8. Jahrhundert von einem intensiven und anhaltenden Kontakt mit den Sprachen in ihrer Nachbarschaft. Umgekehrt hat auch das Deutsche im Laufe seiner Geschichte mehr oder weniger starke Spuren in seinen Nachbarsprachen hinterlassen. Der vorliegende Band, der auf einer Kieler Ringvorlesung von 2008 beruht, beschreibt diese wechselseitigen Sprachkontakte und deren Auswirkungen auf die beteiligten Sprachen und Varietäten aus der Perspektive der germanistischen, romanistischen, slawistischen, frisistischen und anglistischen Philologien. Aus dieser fachgrenzenüberschreitenden Zusammenschau ergibt sich eine Art «deutsche Sprachgeschichte von außen», zugleich auch eine Art Handbuch der mitteleuropäischen Sprachkontakte.

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Natascha Müller & Katrin Schmitz (Wuppertal): Deutsch im Kontakt mit Italienisch: das bilinguale Individuum

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ITALIENISCH _________________________________________ Sprachfamilie: romanische Sprache Sprecherzahl: ca. 65 Mio. Amtssprache in Italien (ca. 56 Mio.), eine der vier Lan- dessprachen der Schweiz. Größere Spre- chergemeinschaften in Dalmatien, Süd- frankreich, Monaco; USA (ca. 4 Mio.); Argentinien, Brasilien, Australien, Kanada. Deutsch im Kontakt mit Italienisch: das bilinguale Individuum Natascha Müller & Katrin Schmitz (Wuppertal) 1. Sprachkontakt im Individuum Die Spracherwerbsforschung hat in den letz- ten dreißig Jahren interessante Forschungs- ergebnisse über Kinder hervorgebracht, die zwei Muttersprachen von Geburt an erwer- ben. Ein wichtiges Ergebnis ist, dass bilingu- ale Kinder in der Lage sind, von Beginn an die beiden Sprachen zu trennen. Trotz dieser Sprachentrennung kommt es in einigen grammatischen Bereichen zum Sprachenein- fluss, welcher sich auf den Erwerbsverlauf verzögernd oder beschleunigend auswirken kann. MÜLLER/KUPISCH/SCHMITZ/CANTONE (2007) konnten in mehreren Forschungsar- beiten zeigen, dass nicht ganze Sprachsyste- me vom Einfluss betroffen sind, sondern nur wohl definierte grammatische Bereiche. Die- se werden unter Zugrundelegung bestimmter linguistischer Kriterien als anfällig oder aber robust bezeichnet. Für anfällige grammati- sche Bereiche hat das bilinguale Kind die Möglichkeit, auf die grammatische Analyse der weniger komplexen Sprache zurückzugreifen und diese dann (fälschlicherweise) auf beide Sprachen anzuwenden. In diesem Beitrag werden aus Platzgründen diese linguistischen Kriterien nicht behandelt (MÜLLER 2007, MÜLLER et al. 2007, MÜLLER/ PATUTO 2009). Es sollen jedoch diejenigen Sprachbereiche vorgestellt werden, welche sich im Erwerb als anfällig herausge- stellt haben. Robuste Sprachbereiche werden in MÜLLER et al. (2007) und in SCHMITZ/MÜLLER...

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