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Beiträge der späten Qing-Zeit zu Chinas moderner vermögensrechtlicher Terminologie

Eine rechts-, translations- und sprachwissenschaftliche Studie über den auf dem deutschen BGB basierenden Zivilgesetzbuch-Entwurf- Mit einer Übersetzung vom Buch 1-3 des Entwurfs des Zivilgesetzbuchs der Qing-Dynastie

Qiang Wang

Im Verlauf der Rechtsmodernisierung Chinas zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand unter der Qing-Dynastie der Entwurf eines Zivilgesetzbuchs (ZGE), dem das deutsche BGB als Vorlage diente. Einerseits konnten die deutschen Rechtsbegriffe und deren Wortschatz durch die im ZGE neu geschaffene Rechtssprache ins Chinesische übernommen werden, andererseits diente die Terminologie des ZGE den späteren Zivilgesetzen als Vorbild und prägten das gesamte moderne Zivilrecht Chinas. Der Verfasser untersucht mit rechts-, translations- und sprachwissenschaftlicher Methode sowie der von ihm angefertigten ZGE-Übersetzung unter Einbeziehung der aktuellen Zivilgesetzgebung erstmals den Entstehungsprozess der modernen chinesischen Zivilrechtssprache und würdigt damit die Leistung der chinesischen Rechtswissenschaft. Die Arbeit ist zugleich ein Hilfsmittel für Juristen, Sinologen, Sprach- und Übersetzungswissenschaftler.

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3. Rechtssubjektbestimmung des ZGE und die Beiträge zu Chinas modernervermögensrechtlicher Terminologie

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3. Terminologischen Beiträge des ZGE zur Rechtssubjektbestimmung 49 3. Rechtssubjektbestimmung des ZGE und die Beiträge zu Chinas moderner vermögensrechtlicher Terminologie 3.1 Rechtsnorm, Rechtssatz und Rechtssubjekt 3.1.1 Norm, Rechtsnorm und Rechtssatz Mehrere Paragraphen, u. a. die des ZGE, bilden einen sog. Normsatz oder Rechtssatz, der in der Jurisprudenz die sprachliche Verwirklichung einer Rechtsregel bedeutet (vgl. Šarevi 1999: 105 ff.). Einerseits dient der Rechtssatz als sprachlicher Träger der Rechtsnorm, ande- rerseits verkörpert die Rechtsnorm den Inhalt des Rechtssatzes.1 Dennoch werden die Begriffe der Rechtsvorschrift und -norm oftmals synonym mit Rechts- bzw. Normsatz verwendet. Als von einer staatlichen Autorität erlassene Rechtssätze enthalten die vermögensrechtlichen Vor- schriften des ZGE in erster Linie „Rechtsregeln, die das menschliche Verhalten steuern“, in- dem sie Menschen zu gewissen Handlungen und Unterlassungen berechtigen und verpflichten (Šarevi 1999: 105). I. d. S. ist der grundlegende Typus der Rechtsregeln in diesen Paragra- phen „die allgemeinverbindliche Verhaltensregel, die vorschreibt, wie sich ein Rechtssubjekt verhalten soll“ (Šarevi 1999: 105). Als Einstieg in die weiteren durch dieses Zitat eingelei- teten Untersuchungen wird zuerst das Rechtssubjekt erläutert. 3.1.2 Begriff des Rechtssubjekts Nach Köblers Ansicht (2007: 344) ist das Rechtssubjekt „der Träger von Rechten und Pflich- ten“ und „dies kann ein Mensch (oder eine Mehrheit von Menschen) oder eine juristische Per- son sein“. Rechtssubjekt, nämlich quánlì zh t ⅀࡟ѱ儊 (w. Ü.: Subjekt/Inhaber der Rechte), betrachtete SHI Shangkuan (2000a: 86) als das gesellschaftlich existierende Subjekt, das Rechte (quánlì ⅀࡟) genießt. Hinzukommt, dass der Rechtssubjekt-Status (auch...

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