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Mythos Demokratie

Antike Herrschaftsmodelle im Spannungsfeld von Egalitätsprinzip und Eliteprinzip

Harald Haarmann

Demokratie ist das am weitesten verbreitete gesellschaftspolitische Modell in der Welt, und es wird lebhaft darüber diskutiert. Wir leben mit allerlei Vorstellungen von dem, was Demokratie ist oder sein könnte, und vieles davon ist mythisch verklärt. Wir glauben zu wissen, dass die Griechen der Antike diese Herrschaftsform erfunden hätten. In diesem Buch wird der sprach- und begriffsgeschichtliche sowie allgemein kulturwissenschaftliche Nachweis geführt, dass die Griechen viele Traditionen der vorgriechischen Bevölkerung angenommen und fortgesetzt haben, und dazu gehört auch das Prinzip der kommunalen Selbstverwaltung in den Dorfgemeinschaften (Demen). Die vorgriechischen Kulturen Südosteuropas sind inzwischen recht gut erforscht, so dass heutzutage Vergleiche zwischen dem Gesellschaftsmodell Alteuropas und den Herrschaftsformen der griechischen Antike auf festem Grund stehen. Die Ursprünge der griechischen Demokratie sind in der vorgriechischen Ära zu suchen. Die griechische Demokratie des Athener Staates erlangte Vorbildcharakter und wurde in späteren Perioden als rekursives Modell erneuert. Die Erkenntnisse zu kulturhistorischen Langzeitwirkungen fordern zu einem Paradigmenwechsel für die Antikenforschung heraus.

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Inhaltsverzeichnis

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Einleitung: Was ist Demokratie? Fragen zu einer komplexen Begriffsbildung ........................................................................................... 11 Der Mythos der Einmaligkeit ....................................................................... 12 Das Dilemma der traditionellen Forschung ................................................. 15 Eine historische Retrospektive: Demokratiemodelle mit und ohne Vorbildcharakter .......................................................................................... 16 Alte und neue Fragen zur Demokratie ......................................................... 25 Forschung zur Demokratiebewegung: Ein interdisziplinärer Neuansatz .... 28 1. Im Anfang war das Wort ... Archäolinguistische Erkundungen der demokratischen Institutionen im antiken Griechenland ................. 33 Demos und Demen-Ordnung: Ein Modell für kommunale Selbstverwaltung .......................................................................................... 36 Oikos: Die sozioökonomische und religiöse Gemeinschaftsbasis im demos ...................................................................................................... 46 Das Verhältnis von demos und polis und die Dynamik der politeia ............ 50 Die ekklesia und andere Institutionen der griechischen Demokratie ........... 53 Die mythische Verklärung demokratischer Institutionen im Athenekult ..... 57 Sprachliche Spuren aus vorgriechischer Zeit in der begrifflichen Nomenklatur der Athener Demokratie ......................................................... 59 2. Der evolutive Vorlauf griechischer Herrschaftsmodelle – Egalitätsprinzip versus Eliteprinzip .......................................................... 63 Egalitäre Gesellschaft, Autorität und Wettbewerb in Alteuropa (ca. 6500 – ca. 3500 v. Chr.) ........................................................................ 69 Die Vernetzung der alteuropäischen Siedlungen über die Handelsrouten ... 78 Elitäre politische Macht und der Umbruch in Varna (um 4500 v. Chr.) ...... 86 Sozioökonomische Trends in Raum und Zeit (4. bis 2. Jahrtausend v. Chr.) ......................................................................................................... 93 Siedlungskontinuität und das Phänomen der Langzeitwirkung kultureller Traditionen ........................................................................... 96 8 Lerna als Brückenglied zwischen alter Egalität und neuer Demokratie .......................................................................................... 100 Fluktuationen von Egalitäts- und Eliteprinzip in Lefkandi und Athen (11.-9. Jahrhundert v. Chr.) ...................................................... 103 Handel im Spannungsfeld von Wettbewerb und Rivalität ................. 108 Grenzsignale des Egalitätsprinzips ............................................................ 112 Die politische Überdachung der Demen-Ordnung durch...

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