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Authentische Texte beim Lehren und Lernen von Fremdsprachen

Ein diskursbasiertes Modell für den ausländischen Fremdsprachenunterricht mit fortgeschrittenen erwachsenen Lernenden- Entwickelt im Fach Deutsch als Fremdsprache

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Lesya Matiyuk

Das Buch stellt eine linguistisch-didaktische Auseinandersetzung mit dem Begriff des authentischen Textes und seiner Einbettung in einen Diskurs dar. Im Fokus der sich stark an die deutschsprachige Text- und Soziolinguistik sowie Fremdsprachendidaktik anlehnenden Arbeit stehen das vielseitige und oft umstrittene Phänomen des Diskurses und seine Operationalisierung für Zwecke des Fremdsprachenunterrichts. Das handlungsorientierte Ergebnis der Arbeit, das anwendungsbereite diskursbasierte Modell der Systematisierung authentischer Texte zur Sicherung und zum Aufbau des Textverstehens im ausländischen Fremdsprachenunterricht mit fortgeschrittenen erwachsenen Lernenden, wird vor allem den nichtmuttersprachlichen Fremdsprachenlehrern zum Schluss der Arbeit zur Verfügung gestellt.

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3 Theorien und Modelle

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„Außerlinguistische Erkenntnisse sind Anleihen, Erkenntnisübernahmen aus Nach- bardisziplinen, etwa aus der Philosophie oder Psychologie. Hierbei ist jedoch der zugrunde gelegte Begriff der Philosophie zu beachten: Wenn jede Wissenschaft dadurch gekennzeichnet ist, dass sie eine besondere Form von Selektion anhand der Realität vornimmt, dann wird man die Philosophie als ei- nen Selektionsausgleich ansehen. Wenn also jemand bemerkt, dass wir unsere enge, linguistische Selektion erweitern oder an etwas anderes anschließen möchten, und uns dann ‚philosophisch eingestellt‘ nennt, so würden wir das ertragen, weil wir sol- che Überlegungen als berechtigten Selektionsausgleich durchführen.“ (Hartmann 1968: 210) In Kapitel 3 werden ausgewählte Diskurskonzepte dargestellt, die sich für die didaktischen Zwecke der Sprachvermittlung im Ausland als besonders ge- eignet erweisen. Mitunter handelt es sich um philosophische Theorien, auf der Grundlage derer sich die linguistische Diskursforschung entwickelte. Das Kapi- tel 3 versteht sich folglich als theoretische Fundierung des eigenen diskursba- sierten Modells, das in Kapitel 4 erarbeitet und vorgestellt wird. 3.1 Zum Diskursbegriff Das Wort Diskurs stammt vom Lateinischen discursus ab. Im Italienischen wird das Verb discurrere als „hin und her laufen“ oder „sich ergehen“ übersetzt. In Form von discorso, bedeutet es in der wörtlichen Übersetzung „Mitteilung“ (vgl. Bußmann 2002: 171). Im alltäglichen Sprachgebrauch ist Diskurs mittlerweile zum Modewort avanciert. Man spricht von politischen und wirtschaftlichen Diskursen; es exis- tieren Familien- sowie Jugend- und Kinderdiskurse; Diskurse herrschen im sozi- alen, historischen und kulturellen Bereich. Oft wird das Wort gebraucht, wenn es sich um immer wieder...

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