Show Less

Special Purpose Acquisition Companies

SPACs im Spannungsfeld von deutschem Aktien- und Kapitalmarktrecht

Series:

Tobias Strohmeier

SPACs sind börsennotierte Mantelgesellschaften, ohne eigenes operatives Geschäft. Ziel dieser Gesellschaften ist der Zusammenschluss mit einem oder mehreren nicht börsennotierten Unternehmen. Zur Umsetzung dieses Zieles werden die beim Börsengang eingeworbenen Mittel eingesetzt. In den USA gelten SPACs bereits als anerkannte Anlagevehikel. Auch an europäischen Börsen konnten Börsengänge von SPACs beobachtet werden, jedoch nicht in der Rechtsform einer deutschen Aktiengesellschaft. In dieser Arbeit werden die Grundcharakteristika eines SPACs herausgearbeitet und die kapitalmarktrechtlichen Aspekte eines Börsenganges an der Frankfurter Wertpapierbörse untersucht. Im Anschluss wird dargestellt, in welchem Umfang sich das deutsche Aktienrecht zur Strukturierung eines SPACs eignet.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

B. Entwicklung und Definition der SPACs

Extract

21  B.  Entwicklung und Definition der SPACs  Für  Special  Purpose Acquisition Companies  gibt  es weder  eine  einheitliche  Definition  noch  eine  einheitliche  Ausgestaltungsform.  Mangels  gesetzlicher  Regelung dieser Anlageform sind SPACs unterschiedlich ausgestaltet, so dass  eine generelle Beurteilung schwer fällt. Entstanden ist das Konzept der Schaf‐ fung einer börsennotierten Mantelgesellschaft zu Akquisitionszwecken bereits  vor den ersten Notierungen von SPACs.  Im  folgenden Teil dieser Arbeit soll  anhand  der  Ursprünge  dieser  Gesellschaften  und  der  gesetzlichen  bezie‐ hungsweise börsenrechtlichen Rahmenbedingungen  in den USA der Versuch  unternommen werden,  die Grundcharakteristika  von  SPACs  herauszuarbei‐ ten. Die Untersuchung dreier Fallbeispiele von SPACs mit deutschem Bezug  soll ebenfalls weiteren Aufschluss über die wesentlichen Merkmale dieser An‐ lageform  geben.  Auf  Grundlage  dieser  herausgearbeiteten  Merkmale  sollen  Vor‐ und Nachteile dieser Anlageform insbesondere gegenüber anderen Betei‐ ligungsgesellschaften dargelegt werden.  I.  Entwicklung der SPACs in den USA  Zunächst soll der Ursprung der SPAC untersucht werden, um auf dieser Basis  die typischen Strukturmerkmale eines SPACs zu abstrahieren.  1.  Blank Check Companies und Marktmissbrauch  Die Ursprünge der SPACs finden sich in den USA der 1980er Jahre.6 In diesem  Jahrzehnt häuften sich die Gründungen von sogenannten Blank Check Com‐ panies.7 Hierbei handelte es sich um Unternehmenshüllen (shell companies) oh‐ ne eigenes operatives Geschäft, die, wie die heutigen SPACs, darauf abzielten,  ein anderes, nicht börsennotiertes, profitables Unternehmen zu übernehmen.8  Auch hier sollte zur Finanzierung das bei der Gründung eingesammelte Kapi‐ tal dienen.9 Allerdings zeichneten sich diese Gesellschaften auch durch negati‐ ve  Charakteristika  aus,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.