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Warum Verben grün sind

Autismus und Spracherwerb unter Einbezug von Intersubjektivitätstheorien und neurophysiologischen Erkenntnissen

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Susanne Ott

Susanne Ott erarbeitet die Entstehung und den Verlauf von Autismus als einer pränatalen Störung im Stammhirnbereich mit Folgen in der Organisation und der Funktion der sich nachfolgend ausbildenden Systeme. Betroffen sind primär die intrinsische soziale und dialogische Gerichtetheit des Menschen sowie die Ausbildung von Empathiefunktionen und von Sprache. Den theoretischen Rahmen bildet Lurijas neuropsychologische Konzeption der raumzeitlichen Organisation des Gehirns und, konsequenterweise, der darauf aufbauenden Sprachprozesse. Die bekannten Diagnosekriterien werden in Vygotskijs Theorem «Defekt und Kompensation» eingebettet, wodurch Autismus als divergierender Entwicklungsverlauf menschlichen Seins eine neue Gewichtung und Würdigung erfährt.

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Einleitung

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Autismus existiert aller Wahrscheinlichkeit nach schon seit Anbeginn der Menschheit, wird aber erst seit ca. 65 Jahren wissenschaftlich erforscht. Eines der wesentlichen Kriterien von Autismus betrifft die Kommunikati- on, somit auch die Ausbildung und den Gebrauch von Sprache: Sie ist bei Autisten nicht primär dialogisch ausgerichtet. In der folgenden Arbeit „Au- tismus und Spracherwerb“ wird dargelegt werden, wodurch diese Beein- trächtigung bedingt ist und ob und wie der Spracherwerb gefördert werden kann. Zu diesem Thema, das häufig Gegenstand wissenschaftlicher Unter- suchungen war und ist, steht eine Fülle von Literatur zur Erarbeitung un- terschiedlichster Gesichtspunkte bereit. Ich habe mich entschieden, Autis- mus und Spracherwerb im Kontext von Intersubjektivitätstheorien und neueren neurophysiologischen Erkenntnissen darzustellen und zu erörtern. Diese akzentuieren Autismus als eine basale pränatale Störung des emotio- nalen Embodiments, die sich in einer Beeinträchtigung der primär sozialen 16 und dialogischen Ausrichtung des Menschen zeigt. Daraus hervorgehend ist diese eng mit einer Beeinträchtigung des kognitiven Embodiments ver- bunden und wirkt sich hier auf die verkörperte Handlungssimulation, auf der Sprache beruht, aus. Ziel dieser Studie ist es, die Entstehung und den Verlauf von Autismus als einer vorgeburtlichen Störung in der Ausbildung der Formatio reticula- ris zu beschreiben, sowie deren Auswirkungen in verschiedene Bereiche und über unterschiedliche Entwicklungsstadien hinweg nachzuvollziehen. Dies geschieht insbesondere unter Herleitung hirnphysiologischer Vorgän- ge und wird zu der sprachlichen Kompetenz in Bezug gestellt. Folgende Fragen werden hierbei berücksichtigt: Was ist das emotionale Embodiment? Ist es...

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