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Entwicklung durch Handel?

Auswirkungen eines Paradigmenwechsels in der handelspolitischen Entwicklungszusammenarbeit der EU am Beispiel Ghanas

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Henning Möldner

Das zentrale Anliegen des Cotonou-Abkommens zwischen EU und AKP-Staaten ist, die handelspolitischen Verbindungen WTO-konform auf eine neue Basis zu stellen. Die Economic Partnership Agreements versprechen in der Theorie große Entwicklungspotentiale. Das Problem am Freihandel ist jedoch seine Nichtexistenz. Marktunvollkommenheiten, wie die europäische Subventionspolitik, aber auch einheimische Abnahmemonopole verhindern das Realisieren von komparativen Kostenvorteilen. Anhand des Fallbeispiels Ghana zeigt die Analyse, dass dem handelspolitischen Paradigmenwechsel in der europäischen Entwicklungszusammenarbeit ein schwieriger Anpassungsprozess folgt, an dessen Ende nicht automatisch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Entwicklungsländer zu erwarten ist.

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4 Entwicklung durch Handel?

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Wie wirkt sich die „Freihandelskomponente“ von Cotonou auf Ghanas Wirtschaft aus? Im Folgenden werden Handelstheorien herangezogen, um Prognosen über Auswirkungen Cotonous zu entwickeln und diese anschließend anhand empirischer Befunde zu überprüfen. Ziel dieser Betrachtung ist es, eine theoretische Grundlage für den empirischen Teil der Arbeit zu legen. Dabei soll insbesondere die Erklä- rungskraft und Anwendbarkeit der Theorien auf der Grundlage der ihnen zugrunde liegenden (vereinfachenden) Annahmen kritisch hinterfragt werden. Ricardos Mo- dell der komparativen Kostenvorteile ist dabei zentral für das Verständnis handels- liberalisierender Maßnahmen sowie als Grundlage neuerer Handelstheorien. 4.1 Ricardos Theorie der komparativen Kostenvorteile32 „Eine der […] zehn volkswirtschaftlichen Regeln lautet, daß es durch Handel allen besser gehen kann“ (Mankiw et al. 1999: 51f.). Diese volkswirtschaftliche Regel basiert auf der Berechnung von Modellen, die im 18. und 19. Jahrhundert zunächst durch Adam Smith, dann insbesondere durch David Ricardo zu Prominenz gelang- ten. Der schottische Philosoph Adam Smith gilt als Gründungsvater der National- ökonomie, also dem, was wir heute Volkswirtschaftslehre nennen. Smith nahm zu- nächst einen innerstaatlichen Blick ein. Er beobachtete, dass innerhalb eines Staates durch Arbeitsteilung jeder der Tätigkeit nachging, für die er am besten geeignet war. Diese Form der Spezialisierung übertrug er auf den zwischenstaatlichen Han- del. Das Land, welches besonders günstig Gut A produzieren konnte, habe im in- ternationalen Handel bei diesem Gut einen absoluten Kostenvorteil. Ökonomen verwenden den Ausdruck absoluter Vorteil, wenn sie die Produktivität ei- ner Person, einer Unternehmung oder einer Nation...

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