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Entwicklung durch Handel?

Auswirkungen eines Paradigmenwechsels in der handelspolitischen Entwicklungszusammenarbeit der EU am Beispiel Ghanas

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Henning Möldner

Das zentrale Anliegen des Cotonou-Abkommens zwischen EU und AKP-Staaten ist, die handelspolitischen Verbindungen WTO-konform auf eine neue Basis zu stellen. Die Economic Partnership Agreements versprechen in der Theorie große Entwicklungspotentiale. Das Problem am Freihandel ist jedoch seine Nichtexistenz. Marktunvollkommenheiten, wie die europäische Subventionspolitik, aber auch einheimische Abnahmemonopole verhindern das Realisieren von komparativen Kostenvorteilen. Anhand des Fallbeispiels Ghana zeigt die Analyse, dass dem handelspolitischen Paradigmenwechsel in der europäischen Entwicklungszusammenarbeit ein schwieriger Anpassungsprozess folgt, an dessen Ende nicht automatisch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Entwicklungsländer zu erwarten ist.

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7 Intervenierende Variablen

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In den vorangegangenen Abschnitten wurden die anhand von Gleich- gewichtsmodellen prognostizierten Auswirkungen von Handelsliberalisierung auf die ghanaische Wirtschaft untersucht. Das Ergebnis war gemischt. Nur im Falle einer vollständigen Handelsliberalisierung auch seitens der EU konnten signifikante Wachstumseffekte und damit Wohlstandseffekte modelliert werden. Im Folgenden wird untersucht, welche intervenierenden Variablen (u.a. Marktverzerrungen) die- ses Ergebnis – entgegen der Theorie von Ricardo und in Ergänzung der oben zitier- ten Simulationen – erklären können. Da die Simulationen sich nicht speziell auf Ghana beziehen (sondern die Region oder die AKP-Staaten insgesamt), wurden einige Faktoren in den Simulationsmodellen nicht berücksichtigt. Insbesondere (a) Exportsubventionen seitens der EU, (b) Abnahmemonopol im Kakaosektor und (c) mangelnde regionale Integration wurden bisher nicht mit einbezogen, können aber erklären, welche Verzerrungen bei der angestrebten Handelsliberalisierung zu erwarten sind und welche Maßnahmen notwendig wären, diese zu verhindern. 7.1 Marktverzerrung durch europäische Agrarsubventionen In Kapitel 4.4.1 wurde bereits eine theoretische Diskussion der marktverzerrenden Mechanismen von Subventionszahlungen geführt. Das Ergebnis war, dass wenn ein Marktteilnehmer seine Produkte subventioniert und in diesem Bereich einen aus- reichend großen Weltmarktanteil hat, dies zu dessen Beeinflussung führt und für Importländer dieses Produktes den komparativen Kostenvorteil künstlich zerstört. Es gilt also zunächst, kurz die Europäische Agrarpolitik vorzustellen, die durch Agrarsubventionen diesen Effekt auslösen. In einem nächsten Schritt werden an- hand zweier Beispiele – des Hühnerexports und der Tomatenausfuhr – die Auswir- kungen der marktverzerrenden Wirkung vorgestellt. 7.1.1 Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der...

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