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Internet und Altwerden

«Silver Surfer» und «Best Ager» – Surfen im Seniorenalter

Marie-Louise Rendant

Die «Silver Surfer» oder «Best Ager», wie Senioren im Internet gerne bezeichnet werden, verzeichnen in den letzten Jahren die höchsten Zuwächse und implementieren zunehmend das Internet in ihren Alltag. Umso unverständlicher ist es, dass über das Nutzungsverhalten dieser Zielgruppe wenig bekannt ist. Diese Studie will die bestehende Lücke schließen. Zielstellung ist die empirische Überprüfung, ob das Internet eine kompensierende Funktion auf eine große und größer werdende Klientel hat bzw. eine aktivierende Wirkung auf das alternde Individuum. Diese Vorstellung folgt der Annahme, dass Menschen mit zunehmendem Alter etwas fehlt bzw. etwas verlieren. In der Bilanzierung ihrer Lebenslagen ergeben sich jedoch nicht nur ein Bild von Defiziten, sondern auch viele Ressourcen. Die Auswertungen zeigen, dass ältere Onliner das Internet reflexionsorientiert und bedarfsgerecht zur Kompensation ihrer Defizite und Verluste nutzen. Im Abgleich mit gerontosoziologischen Theorien erweisen sie sich als verantwortungsvolle Medienrezipienten, die das Internet zum «erfolgreichen Altern» einsetzen.

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3. Methoden und Theorien

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Die vorliegende Studie kombiniert zwei Forschungsgegenstände. Ältere und das Internet haben unabhängig voneinander die gleiche Entwicklung vollzogen und sind bis dato dabei, diese fortzuführen. Um der Komplexität und dem Facetten- reichtum beider Themenfelder gerecht zu werden und um die zu erforschenden Zusammenhänge bestmöglich herauszufiltern, wird in dieser Studie auch me- thodisch „parallel“ gearbeitet. In diesem Sinne werden zwei Analysemittel ge- nutzt: Die quantitative und die qualitative Forschungsmethode. Dies ist wohl durchdacht: Denn bei genauer Betrachtung kommen hier, sowohl methodisch als auch inhaltlich, Parallelen zum Vorschein: Während sich beide Bereiche, die quantitative und die qualitative Forschung, in der Vergangenheit relativ unab- hängig bis „rivalisierend“ nebeneinander entwickelten, sind seit einigen Jahren „verschiedene Trends zu beobachten, durch die eine strikte Trennung zwischen qualitativer und quantitativer Forschung überwunden werden soll“154 – die Tri- angulation. Demzufolge steht die Triangulation für etwas Verbundenes, das in der Vergangenheit nicht immer verbunden war. 3.1 Methodenkombination „Triangulation“ Die Triangulation ist eine Forschungsstrategie in der empirischen Sozialfor- schung, bei der verschiedene (hier: zwei) Methoden oder Sichtweisen auf das gleiche Phänomen angewendet oder verschiedenartige Daten zur Erforschung eines Phänomens herangezogen werden, um mit den Stärken der jeweils einen Vorgehensweise die Schwächen der jeweils anderen auszugleichen. Betont wird, die Triangulation verbessere durch die Verbindung mehrerer Analysegänge die Qualität der Forschung. „Für dieselbe Fragestellung würden verschiedene Da- tenquellen, unterschiedliche Interpreten, Theorieansätze oder Methoden heran- gezogen und miteinander konfrontiert. Die Ergebnisse der verschiedenen Per- spektiven k...

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