Show Less

Internet und Altwerden

«Silver Surfer» und «Best Ager» – Surfen im Seniorenalter

Marie-Louise Rendant

Die «Silver Surfer» oder «Best Ager», wie Senioren im Internet gerne bezeichnet werden, verzeichnen in den letzten Jahren die höchsten Zuwächse und implementieren zunehmend das Internet in ihren Alltag. Umso unverständlicher ist es, dass über das Nutzungsverhalten dieser Zielgruppe wenig bekannt ist. Diese Studie will die bestehende Lücke schließen. Zielstellung ist die empirische Überprüfung, ob das Internet eine kompensierende Funktion auf eine große und größer werdende Klientel hat bzw. eine aktivierende Wirkung auf das alternde Individuum. Diese Vorstellung folgt der Annahme, dass Menschen mit zunehmendem Alter etwas fehlt bzw. etwas verlieren. In der Bilanzierung ihrer Lebenslagen ergeben sich jedoch nicht nur ein Bild von Defiziten, sondern auch viele Ressourcen. Die Auswertungen zeigen, dass ältere Onliner das Internet reflexionsorientiert und bedarfsgerecht zur Kompensation ihrer Defizite und Verluste nutzen. Im Abgleich mit gerontosoziologischen Theorien erweisen sie sich als verantwortungsvolle Medienrezipienten, die das Internet zum «erfolgreichen Altern» einsetzen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

4. Die Online-Befragung

Extract

4.1 Methodik Die SoDyWeb-Studie besteht aus einem quantitativen Studienteil (Online- Befragung) und einem qualitativen Teil (Interview-Befragung). Im Folgenden wird zunächst das methodische Vorgehen beschrieben. Im Anschluss daran wer- den die Ergebnisse vorgestellt, welche mit einer Zusammenfassung der gewon- nenen Thesen endet, die sich zum Teil für die Verifizierung im qualitativen Teil anbieten. 4.1.1 Design Intention des ersten Teils der SoDyWeb-Studie – die schriftliche Befragung – ist es, mit einem relativ „einfachen“ Mittel die Meinung einer größeren Personen- gruppe zu erheben. Dieses Mittel, der Fragebogen, ist als Datenerhebungsin- strument in den empirischen Sozialwissenschaften weit verbreitet. Dementspre- chend verwundert es auch nicht, „dass auch in der Online-Forschung der Online- Fragebogen eine herausgehobene Stellung einnimmt, ja teilweise fast mit dieser gleichgesetzt wird207 – wenn gleich auch mit Problemen behaftet: So wird in der Literatur betont, dass das größte Problem schriftlicher Befragungen die schlech- te Rücklaufquote sei, die „oft ein mühsames Unterfangen“ darstelle.208 Dies gilt jedoch nicht für eine Online-Befragung – und dennoch gilt auch hier, wie für die schriftliche Befragung, die Problematik der Zielgruppenerreichung, also der Gewinnung der potenziellen Teilnehmer für das Vorhaben. Der Fragebogen besteht aus 127 Items (Merkmalsausprägungen) mit unter- schiedlichen Skalenniveaus. Prinzipiell wird zwischen quantitativen Merkmalen, die auf einer Skala messbar sind (wie Nutzungsdauer oder Nutzungsmotive) und qualitativen Merkmalen (wie Geschlecht oder Familienstand) unterschieden. Folgende Informationen werden vom Fragebogen erfasst und stehen zur an- schließenden Auswertung bereit: - soziodemografische Daten, - bevorzugte Inhalte, - bevorzugte Anwendungen, - Beteiligung in Web 2.0-Angeboten, - bevorzugte...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.