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Das naturwissenschaftliche Weltbild am Beginn des 21. Jahrhunderts

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Edited By Bernulf Kanitscheider and Reinhard Neck

Anhand ausgewählter Beispiele wird untersucht, wie die Naturwissenschaften unser gegenwärtiges Weltbild beeinflussen. Dabei wird in einem interdisziplinären Dialog zwischen Vertretern der «exakten» Wissenschaften und Philosophen ausgelotet, ob und wie neuere Erkenntnisse dieser Wissenschaften Weltanschauung und Menschenbild der Gegenwart (und, soweit absehbar, der Zukunft) prägen. Unter anderem werden die Stellung des Menschen im Kosmos, Gehirn und Bewusstsein, Quantenphysik und Realität, Fragen der Evolution sowie das Verhältnis von naturwissenschaftlichem und religiösem Weltbild erörtert.

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5. Das naturwissenschaftliche Weltbild und das menschliche Bewusstsein Volker Gadenne 91

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Kapitel 5 Das naturwissenschaftliche Weltbild und das menschliche Bewusstsein Volker Gadenne 5.1 Einleitung Wer heute nach Antworten auf Fragen sucht, die das Weltbild betreffen, wendet sich in erster Linie an die Naturwissenschaften: Wie ist das Universum entstan- den? Welche Eigenschaften hat es (ist es z. B. endlich oder unendlich, welche Struktur hat der Raum usw.)? Welche Naturgesetze gelten in unserer Welt? Wie ist die Materie aufgebaut? Wie ist das Leben entstanden? Welche Mechanismen bestimmen den Fortgang der Evolution? Aber sind die Naturwissenschaften für alles zuständig, das unser Weltbild ein- schließlich des Menschen betrifft? Können sie auch Fragen beantworten, die mit Seele, Geist und Bewusstsein zu tun haben, mit dem Problem des freien Willens oder mit ethischen Fragen? Lassen sich entsprechende Phänomene naturwissen- schaftlich beschreiben und erklären? Tatsächlich sind einige Neurowissenschafter (und nicht wenige Philosophen) der Auffassung, dass man Geist und Bewusstsein auf Gehirnvorgänge zurückführen kann und dass all unser Handeln durch Gehirn- vorgänge verursacht ist, auch wenn wir uns hierbei als frei vorkommen. Was un- sere ethischen Gefühle und Dispositionen angeht, so wird von vielen angenom- men, dass diese ein Produkt der biologischen Evolution darstellen, also eines kau- salen Prozesses, dem keine Absicht und kein Sinn zugrunde liegt. Die Auffassung, dass sich alles, was den Menschen betrifft, auf die angedeutete Weise „naturalisieren“ lässt, wird jedoch von anderer Seite heftig angegriffen. Viele bestreiten, dass Bewusstsein auf die Gehirntätigkeit reduziert werden kann. Einige Philosophen vertreten weiterhin, dass sich...

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