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Das naturwissenschaftliche Weltbild am Beginn des 21. Jahrhunderts

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Edited By Bernulf Kanitscheider and Reinhard Neck

Anhand ausgewählter Beispiele wird untersucht, wie die Naturwissenschaften unser gegenwärtiges Weltbild beeinflussen. Dabei wird in einem interdisziplinären Dialog zwischen Vertretern der «exakten» Wissenschaften und Philosophen ausgelotet, ob und wie neuere Erkenntnisse dieser Wissenschaften Weltanschauung und Menschenbild der Gegenwart (und, soweit absehbar, der Zukunft) prägen. Unter anderem werden die Stellung des Menschen im Kosmos, Gehirn und Bewusstsein, Quantenphysik und Realität, Fragen der Evolution sowie das Verhältnis von naturwissenschaftlichem und religiösem Weltbild erörtert.

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8. Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Philip Walther 123

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Kapitel 8 Wie wirklich ist die Wirklichkeit? 1 Philip Walther 8.1 Die Quantenphysik Die Quantenphysik hat zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts unser Weltbild revolutioniert. Die einstigen Diskussionen und Gedankenexperimente zur Beant- wortung fundamentaler Fragen können seit wenigen Jahren durch Experimente beantwortet werden. Diese Experimente zeigen einheitlich, dass Superposition, Verschränkung und Zufall wesentliche Merkmale in der Quantenwelt darstellen. Darüber hinaus scheint die Quantenphysik sich zur Grundlage einer völlig neuen Informationstechnologie mit unabsehbaren Folgen zu entwickeln. Max Planck musste sich, wie er selbst sagt, im Jahre 1900 zu einem „Akt der Ver- zweiflung“ zwingen, um zu seiner berühmten Strahlungsformel für das Spektrum des Schwarzen Körpers zu gelangen. Er selbst hat dann lange Zeit vergeblich ver- sucht, eine andere Herleitung zu finden. Wahrscheinlich der erste, der die radikalen philosophischen Konsequenzen der damals neuen Quantenphysik für unser Weltbild erkannte, war Albert Einstein. Insbesondere bemerkte er, dass in der neuen Theorie der Zufall eine viel grundlegendere Rolle spielt als in der klassischen Physik. 8.2 Ein Teilchen am Doppelspalt Der Physiker und Nobelpreisträger Richard Feynman meinte einst, dass der Dop- pelspalt „das Herz der Quantenmechanik enthält. Und in Wirklichkeit das einzige Mysterium darstellt“ (Abb. 8.1). Tatsächlich sind alle Paradoxa der Quantentheo- rie auf Interferenz zurückzuführen oder allgemeiner auf die Gültigkeit des Super- positionsprinzips für Wahrscheinlichkeitsamplituden. Für den Fall des Doppel- spalts bedeutet dies, dass das Interferenzbild verstanden werden kann, wenn man von Überlagerung von Wellen spricht.2 Interessant wird es, sobald...

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