Show Less

Das naturwissenschaftliche Weltbild am Beginn des 21. Jahrhunderts

Series:

Edited By Bernulf Kanitscheider and Reinhard Neck

Anhand ausgewählter Beispiele wird untersucht, wie die Naturwissenschaften unser gegenwärtiges Weltbild beeinflussen. Dabei wird in einem interdisziplinären Dialog zwischen Vertretern der «exakten» Wissenschaften und Philosophen ausgelotet, ob und wie neuere Erkenntnisse dieser Wissenschaften Weltanschauung und Menschenbild der Gegenwart (und, soweit absehbar, der Zukunft) prägen. Unter anderem werden die Stellung des Menschen im Kosmos, Gehirn und Bewusstsein, Quantenphysik und Realität, Fragen der Evolution sowie das Verhältnis von naturwissenschaftlichem und religiösem Weltbild erörtert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

9. Was, wenn NICHTS die Welt im Innersten zusammenhält? Über das „Vakuum“ der Quantenphysik und „emergente Phänomene“ Gerhard Grössing 129

Extract

Kapitel 9 Was, wenn NICHTS die Welt im Innersten zusammenhält? Über das „Vakuum“ der Quantenphysik und „emergente Phänomene“ 1 Gerhard Grössing 9.1 Prolog Die Situation der Physik am Beginn des 21. Jahrhunderts teilt einige auffällige Gemeinsamkeiten mit jener am Beginn des 20. Jahrhunderts. (Am Schluss dieses Beitrags werde ich allerdings auch auf wesentliche Unterschiede hinweisen müs- sen.) Wie damals werden auch heute sehr divergierende Einschätzungen des (je- weils) aktuellen Zustands der Physik vermittelt. Einerseits wurde vor etwa 100 Jahren und wird nun wieder die Meinung vertreten, dass die „wesentlichen“ Fragen der Physik weitreichend beantwortet seien und ab nun nur noch die Behandlung immer komplexerer Fälle und Detailstudien in Be- reichen anstünden, die „im Prinzip“ durch die bestehenden und vielfach bestätig- ten Theorien abgedeckt würden. In diesem Sinn ist heute sogar von einem „Ende der Wissenschaft“ die Rede, so wie wir sie bisher verstanden.2 Andererseits muss aber auch zugestanden werden, dass die gegenwärtige Physik mit der größten Diskrepanz zwischen Theorie und Empirie zu tun hat, mit der sie je konfrontiert war, nämlich mit widersprüchlichen Aussagen, die um etwa 120 Größenordnungen (!) differieren: Die Vorhersage moderner Quantenfeldtheorien zum Energiegehalt des sogenannten „Vakuums“ (also eines Raumbereichs ohne „Materie“ im herkömmlichen Sinn) ist um einen Faktor von ungefähr 10120 zu groß und steht damit in eklatantem Widerspruch zu den existierenden astrophysi- kalischen bzw. kosmologischen Daten über den möglichen Energiegehalt des Uni- versums.3 1 Die Abbildungen zu diesem...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.