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Kritiker der Digitalisierung

Warner, Bedenkenträger, Angstmacher, Apokalyptiker

Otto Peters

Kritiker der Digitalisierung beschreiben besorgniserregende Entwicklungen: Überlastung infolge von nicht mehr zu fassenden Datenmengen, Einwirkungen auf Gehirn und Denken, Veränderungen der Lebens- und Arbeitsweise, suchtartige Abhängigkeit, zahlreiche Formen von Computerkriminalität und drohende «Computerkriege». Schon nach wenigen Jahrzehnten intensiver Digitalisierung könnte sich unser Leben dehumanisieren. Experten der Computerwissenschaft werden ebenso vorgestellt wie Philosophen und Soziologen. Hinzu treten Vertreter der Kommunikationswissenschaft, der Jurisprudenz, der Technikgeschichte, der Gehirnforschung und Biologie, der Psychologie und Pädagogik. Auch Medienunternehmer, Journalisten und ein Dramatiker tragen ihre Standpunkte bei. Indem diese Kritiker uns warnen, verfolgen sie ein hohes und überaus wichtiges Ziel: die Bewahrung der Humanität.

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Kapitel 21 - Ratschläge der Experten. Kognitive Dissonanzen und emotionale Ambivalenzen aushalten!

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235 Kapitel 21 Ratschläge der Experten Kognitive Dissonanzen und emotionale Ambivalenzen aushalten! Einige Kritiker der Digitalisierung lassen alle Hoffnung auf ihre positive Weiterent- wicklung fahren, weil sie von ihren gravierenden Fehlentwicklungen und Nachteilen tief überzeugt sind. Wenn man, wie z.B. Baudrillard oder Virilio, glaubt, unsere Ge- sellschaft befinde sich auf dem Weg in die Katastrophe, erscheinen Maßnahmen zur Verbesserung der Digitalisierung nicht mehr sinnvoll. Immerhin glaubt Virilio, „Hoffnung gegen alle Hoffnung“ setzen zu können und schlägt, wie noch gezeigt werden wird, einige Maßnahmen zur Milderung der Folgen der Digitalisierung vor. Außerdem meint er, die Menschen brauchten in dieser prekären Situation „Glauben, Religion, jedenfalls Metaphysik, denn nur der Blick für das Transzendente könne die Hoffnung aufrechterhalten“ (Leick 2005). Aber das ist auch für ihn nur ein schwacher Trost. Wie andere Autoren ist auch er im Grunde der Meinung, die weitere Verschär- fung der Digitalisierung unseres Lebens sei nicht aufzuhalten und werde in einer Ka- tastrophe enden. Es habe keinen Zweck, sich dem gewaltigen Wandel etwa mit Ver- besserungen hie und da entgegenzustemmen. Eine pessimistische Grundstimmung dieser Art ist in vielen Beiträgen zu spüren. Folglich sind von ihnen zumeist keine Empfehlungen für den verbesserten Umgang mit dem vernetzten Computer zu erwar- ten. Zehn Autoren haben jedoch trotz aller Kritik der Digitalisierung auch Vorschläge zur Verringerung der geschilderten Nachteile und Gefahren gemacht: Paul Virilio, Susan Greenfield, Nicholas Carr, Susanne Gaschke, John Palfrey und Urs Gasser sowie Frank Schirrmacher,...

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